🇧🇭 NHRA
Zahnmedizin Bahrain
Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Vorbereitung auf Golf-Lizenzprüfungen
Beispielfrage
Below which approximate plaque-fluid pH (critical pH) does hydroxyapatite of sound enamel begin to dissolve under typical oral conditions?
Keys: 1–5 or A–E to choose, Enter to check and continue, F to mark.
Original MediFlow content, not official exam questions. Medical review in progress.
Syllabus and high-yield notes
1. Zahnerhaltung & Kariologie · 9 % Anteil in der Prüfung · 5 lessons+
- Karies ist eine dynamische, biofilmvermittelte und zuckergetriebene Erkrankung. Schmelz demineralisiert, wenn der Plaque-pH unter etwa 5,5 fällt, Wurzeldentin bereits bei etwa 6,2–6,7. Fluorapatitähnliches Mineral löst sich erst bei etwa pH 4,5.
- Fluorid wirkt überwiegend lokal: niedrige, konstante Konzentrationen in Plaqueflüssigkeit und Speichel hemmen die Demineralisation und fördern die Remineralisation. Merken Sie sich die Konzentrationen: Zahnpasta 1000–1500 ppm, verschreibungspflichtige Zahnpasta 5000 ppm (1,1 % NaF), 1,23 % APF-Gel 12.300 ppm, 5 % NaF-Lack 22.600 ppm, 38 % SDF 44.800 ppm. Die wahrscheinlich toxische Dosis liegt bei 5 mg F/kg Körpergewicht.
- ICDAS: 0 gesund; 1 erste sichtbare Veränderung, nur nach Trocknung erkennbar; 2 deutliche Veränderung, bereits feucht sichtbar; 3 lokalisierter Schmelzeinbruch; 4 dunkler Schatten aus dem Dentin; 5 deutliche Kavität mit sichtbarem Dentin; 6 ausgedehnte Kavität über mehr als die Hälfte der Fläche. Die ADA-Leitlinie 2023 bezeichnet ICDAS 3–4 als moderate und ICDAS 5–6 als fortgeschrittene Läsionen.
- Nicht kavitierte Läsionen werden ohne Bohren behandelt (ADA 2018). Okklusal kommen Fissurenversiegelungen (mit oder ohne Lack) zum Einsatz. Approximale Läsionen, die im Röntgenbild auf Schmelz oder das äußere Dentindrittel begrenzt sind, werden mit Lack, Kariesinfiltration oder Versiegelung versorgt. Bei Wurzelläsionen hat 5000-ppm-Zahnpasta Vorrang. Ist eine Füllung nicht möglich, stoppt 38 % SDF kavitierte Kronenläsionen.
- G. V. Black: Klasse I umfasst Grübchen und Fissuren, auch die palatinalen Foramina caeca der Oberkiefer-Schneidezähne und bukkale/linguale Grübchen der Molaren. Klasse II ist approximal im Seitenzahnbereich, Klasse III approximal im Frontzahnbereich ohne Schneidekante, Klasse IV approximal im Frontzahnbereich mit Schneidekantenecke und Klasse V das zervikale Drittel vestibulär oder oral. Klasse VI (später ergänzt) betrifft Schneidekanten und Höckerspitzen.
- Etch-and-Rinse-Technik: 30–40 % Phosphorsäure für etwa 15 s, abspülen, Dentin sichtbar feucht halten (Wet Bonding), dann Primer und Bond auftragen. Übertrocknung lässt das Kollagennetz kollabieren. Speichel auf angeätztem Schmelz erfordert Abspülen und erneutes Ätzen. Bei milden Self-Etch-Adhäsiven werden unbeschliffene Schmelzränder selektiv mit Phosphorsäure geätzt.
- Die Schrumpfungsspannung von Komposit steigt mit dem C-Faktor (gebundene/freie Flächen). Eine Klasse-I-Kavität ist mit etwa 5 am ungünstigsten. Legen Sie Inkremente von höchstens 2 mm (außer bei Bulk-Fill), halten Sie den Lichtleiter so nah wie möglich und verwenden Sie für straffe Kontakte eine vorgeformte Teilmatrize mit Separierring.
- Die Amalgampräparation braucht einen 90°-Stoß-Kavitätenrand, abgerundete innere Kanten und eine pulpale Tiefe von etwa 1,5–2 mm. Ein Höcker wird überkuppelt, wenn der Umriss zwei Drittel der Strecke von der Hauptfissur zur Höckerspitze erreicht: um etwa 1,5 mm (Nichtarbeitshöcker) bzw. 2 mm (Arbeitshöcker) reduzieren.
- Tiefe Karies an einem vitalen Zahn ohne Zeichen einer irreversiblen Pulpitis: Kariöses Gewebe selektiv entfernen, über der Pulpa weiches oder festes Dentin belassen, an der Peripherie hartes Dentin, dann in einer Sitzung dicht verschließen (ADA 2023, ESE 2019). Bei einer kleinen Eröffnung an einem symptomlosen Zahn die Blutung mit NaOCl stillen und mit einem hydraulischen Kalziumsilikatzement überkappen.
- Nicht kariöser Zahnhartsubstanzverlust: Erosion ist chemisch bedingt (Dellenbildung, palatinale Frontzahnflächen bei intrinsischer Säure), Attrition entsteht durch Zahn-zu-Zahn-Kontakt (passende plane Facetten), Abrasion durch Fremdkörper wie die Zahnbürste (zervikale Kerben), und Abfraktion ist eine umstrittene, belastungsbedingte keilförmige Läsion. Erfassen Sie den Verlust mit dem BEWE. Bei lokalisiertem Frontzahnverschleiß schafft das Dahl-Konzept Platz ohne Zahnreduktion.
- Restaurationen versagen vor allem durch Sekundärkaries und Fraktur. Die Reparatur eines lokalisierten Defekts ist dem Austausch vorzuziehen, weil sie Zahnhartsubstanz schont. Für Wurzelkaries werden Glasionomer- oder kunststoffmodifizierte Glasionomerzemente empfohlen, die auch bei Hochrisikopatienten mit eingeschränkter Trockenlegung hilfreich sind.
- Caries as a disease: biofilm, critical pH and fluoride – Modern cariology no longer treats caries as a hole that must be drilled. Caries is a dynamic, biofilm-mediated, sugar-driven disease that causes a net loss of mineral from tooth tissue. The hole (the cavity) is only the late sign of a process that has been running for months or years. Understanding the process explains almost every management decision you will meet in the exam: why we seal, why we use fluoride, why we leave soft dentine over the pulp, and why diet frequency matters.
- Detecting, classifying and managing lesions without drilling – Before deciding on treatment you need two answers: how far has the lesion progressed, and is it active? Detection is visual and tactile on clean, dry teeth, supported by bitewing radiographs for proximal surfaces. A blunt probe (such as the ball-ended WHO probe) is used gently to feel surface texture; forcing a sharp explorer into a fissure is outdated because it can create a cavity.
- Instruments, isolation and the amalgam preparation – When a lesion is cavitated and cannot be cleaned or arrested, it needs a restoration. The preparation design depends on the material. Amalgam needs a mechanically retentive shape with bulk; composite relies on adhesion and allows a minimal, lesion-driven outline. This chapter covers the tools, the isolation and the classic amalgam principles that examiners still test.
- Adhesion and resin composite placement – Composite restorations depend entirely on adhesion. A well-bonded composite allows a small, lesion-driven preparation and reinforces the remaining tooth, but bonding is technique-sensitive. Most exam questions in this area test whether you understand why each step is done.
- Deep caries, the pulp, tooth wear and failing restorations – This chapter covers the clinical decisions that carry the most risk: how much carious dentine to remove near the pulp, what to do when the pulp is exposed, how to recognise non-carious tooth wear, and when to repair rather than replace a restoration.
2. Zahnärztliche Werkstoffe · 1 % Anteil in der Prüfung · 5 lessons+
- Spannungs-Dehnungs-Kurve: Die Steigung des linearen Teils ist der Elastizitätsmodul (Steifigkeit). Die Fläche unter dem elastischen Teil bis zur Proportionalitätsgrenze ist die Resilienz, die Gesamtfläche bis zum Bruch die Zähigkeit. Spröde Werkstoffe (Keramik, Amalgam, Gips) sind auf Zug weit weniger belastbar als auf Druck. Die Härte spröder Materialien wie Schmelz und Porzellan wird mit Knoop- oder Vickers-Prüfung bestimmt.
- Alginat bindet durch eine doppelte Umsetzung zwischen löslichem Alginat und Kalziumsulfat ab, verzögert durch Trinatriumphosphat. Wärmeres Wasser beschleunigt, kaltes Wasser verlangsamt die Abbindung. Das Gel verliert Wasser (Synärese) oder nimmt Wasser auf (Imbibition), daher zeitnah ausgießen.
- Elastomere: Polysulfid (Bleidioxid, Nebenprodukt Wasser, höchste Reißfestigkeit), Kondensationssilikon (Nebenprodukt Ethanol, stärkere Schrumpfung), Additionssilikon (Platinkatalysator, am dimensionsstabilsten, setzt Wasserstoff frei, wird durch Schwefel aus Latex gehemmt) und Polyether (hydrophil, sehr steif, quillt in Wasser). Als viskoelastische Materialien werden alle mit einem schnellen Ruck entnommen.
- Gips: Alabastergips (Beta-Halbhydrat) braucht mehr Anmischwasser als Hartgips und Superhartgips (Alpha-Halbhydrat). Ungefähre Wasser-Pulver-Verhältnisse: Modellgips 0,45–0,50, Hartgips 0,28–0,30, Superhartgips 0,22–0,24. Mehr Wasser bedeutet langsamere Abbindung, geringere Festigkeit und weniger Expansion. Kaliumsulfat und Terra alba beschleunigen, Borax und Citrate verzögern.
- Zemente: Zinkphosphat bindet exotherm ab und ist beim Einsetzen stark sauer; auf gekühlter Glasplatte portionsweise anmischen. Polycarboxylat war der erste chemisch haftende Zement. Glasionomerzement härtet durch eine Säure-Base-Reaktion (erst Kalzium-, dann Aluminiumpolyacrylat), setzt Fluorid frei und muss vor frühem Wasserkontakt und Austrocknung geschützt werden. Eugenol hemmt die Kunststoffpolymerisation. Die Filmdicke beim Befestigen sollte 25 µm nicht überschreiten.
- Kompositkunststoffe: Bis-GMA/UDMA verdünnt mit TEGDMA, silanisierter Füllstoff, Campherchinon plus Amin (Absorptionsmaximum etwa 468 nm). Die Volumenschrumpfung sinkt mit steigendem Füllstoffvolumenanteil. Mikrofüller sind am besten polierbar, aber weniger fest; Hybride und Nanohybride sind Universalmaterialien. Alternative Photoinitiatoren (TPO, Ivocerin) brauchen violettes Licht einer Polywave-LED.
- Amalgam: In kupferarmen Legierungen ist die Gamma-2-Phase (Sn7–8Hg) die schwächste, am stärksten korrosionsanfällige Phase und treibt Kriechen und Randzerfall an. Kupferreiche Legierungen ersetzen sie durch Cu6Sn5 (Eta-Strich). Zinkhaltige Legierungen dehnen sich nach Feuchtigkeitskontamination Tage später durch Wasserstoffbildung aus. Unterschiedliche Metalle in Kontakt verursachen galvanische Schmerzen.
- Keramik: Die Festigkeit steigt von Feldspatkeramik (am ästhetischsten, am schwächsten) über leuzitverstärkte und Lithiumdisilikat-Glaskeramik bis zu Zirkonoxid. Glaskeramiken werden mit Flusssäure geätzt und silanisiert. Zirkonoxid hat keine Glasphase; es wird mit niedrigem Druck abgestrahlt und mit MDP befestigt. Zirkonoxid wird durch eine tetragonal-monokline Umwandlung mit etwa 4 % Volumenzunahme verstärkt.
- Legierungen: Eine hochedle Legierung enthält mindestens 60 Gew.-% Edelmetall, davon mindestens 40 Gew.-% Gold; eine edle Legierung mindestens 25 Gew.-% Edelmetall; eine überwiegend unedle Legierung weniger als 25 Gew.-%. Co-Cr ist etwa doppelt so steif wie Gold und viel leichter, daher fassen Klammern flachere Unterschnitte. Nickel ist das häufigste Metallallergen. Der WAK des Metalls liegt etwas über dem der Keramik, damit die Keramik unter Druckspannung gerät.
- Einbettmassen und Guss: Gipsgebundene Einbettmassen sind auf etwa 700 °C begrenzt (Goldlegierungen). Phosphatgebundene Massen werden für Aufbrenn- und NEM-Legierungen verwendet, silikatgebundene vor allem für Co-Cr-Gerüste. Abbinde-, hygroskopische und thermische Expansion der Einbettmasse gleichen die Erstarrungsschrumpfung der Legierung aus. Gusskanaldurchmesser, Reservoir, Entlüftung und Vorwärmprogramm verhindern Porositäten und Gussfahnen.
- PMMA-Prothesenbasis: Das Pulver enthält PMMA-Perlen und den Initiator Benzoylperoxid, die Flüssigkeit MMA, den Inhibitor Hydrochinon und einen Vernetzer. Im teigigen Stadium stopfen. Zu schnelles Erhitzen lässt Monomer in dicken Bereichen sieden (Gasporosität); zu wenig Teig oder Druck führt zu Kontraktionsporosität. Autopolymerisate (tertiäres Amin als Aktivator) enthalten mehr Restmonomer, das Schleimhaut reizen und sensibilisieren kann.
- Material properties: stress, strain, hardness and biocompatibility – Every material question becomes easier once you can read a stress-strain curve. Stress is the internal force per unit area that resists an applied load (measured in megapascals, MPa). Strain is the change in length divided by the original length, so it has no unit. If you load a test bar and plot stress against strain, the shape of the curve tells you how stiff, strong, elastic and tough the material is.
- Impression materials and gypsum products – An impression is a negative copy of the teeth and tissues; the cast or die poured into it is the positive. Accuracy is lost at every step, so you need to know how each material sets, how it can distort and how it interacts with gypsum.
- Dental cements and resin composites – Cements are used to lute indirect restorations, as liners and bases, and as restorative materials. They are classified by their chemistry, and the chemistry explains their handling. Most water-based cements are acid-base reactions between a basic powder and an acidic liquid.
- Amalgam, casting alloys and investments – Dental amalgam is made by mixing liquid mercury with an alloy powder of silver, tin and copper, sometimes with zinc. The powder particles can be lathe-cut (irregular filings), spherical or a blend (admixed). Spherical alloys need less mercury and less condensation force; lathe-cut alloys need firmer condensation but make it easier to establish proximal contacts.
- Dental ceramics and denture base resins – Dental ceramics range from glassy, translucent porcelains to dense polycrystalline zirconia. The general rule is simple: the more glass, the more translucent and aesthetic the material, but the weaker it is, and the more it can be etched for adhesive bonding. The more crystalline, the stronger and more opaque, and the less etchable.
3. Endodontie · 12 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Stellen Sie immer zwei Diagnosen: eine pulpale (gesunde Pulpa, reversible Pulpitis, symptomatische oder asymptomatische irreversible Pulpitis, Pulpanekrose, bereits behandelt, Behandlung begonnen) und eine apikale (unauffälliges Periapikalgewebe, symptomatische oder asymptomatische apikale Parodontitis, akuter oder chronischer apikaler Abszess, kondensierende Ostitis). Nachhallender Thermoschmerz und Spontanschmerz sprechen für eine irreversible Pulpitis, eine Fistel mit geringen Beschwerden für einen chronischen apikalen Abszess.
- Kälte-, Wärme- und elektrische Tests sind Sensibilitätstests: Sie zeigen die Nervenantwort, nicht die Durchblutung. Nach Traumata und bei unreifen Zähnen fallen sie häufig falsch negativ aus. Beginnen Sie daher keine Wurzelkanalbehandlung allein aufgrund eines negativen Tests. Pulsoximetrie und Laser-Doppler-Flowmetrie messen die Durchblutung.
- Rechnen Sie mit zusätzlichen Kanälen: MB2 in mehr als der Hälfte der ersten Oberkiefermolaren (palatinal von MB1), ein lingualer Kanal bei vielen Unterkieferschneidezähnen, C-förmige Systeme bei zweiten Unterkiefermolaren (besonders bei ostasiatischen Patienten) und eine distolinguale Radix entomolaris bei ersten Unterkiefermolaren. Exzentrische Aufnahmen (SLOB-Regel), Vergrößerung und DVT helfen beim Auffinden.
- Die Arbeitslänge endet an der apikalen Konstriktion, etwa 0,5–1 mm vor dem röntgenologischen Apex. Kombinieren Sie die elektrometrische Längenbestimmung mit einem Röntgenbild; die Anzeige 'Apex' oder '0.0' markiert das Foramen majus, nicht die Arbeitslänge.
- Spülung: Natriumhypochlorit (0,5–6 %) löst organisches Gewebe und wirkt antibakteriell; EDTA 17 % für etwa 1 Minute entfernt die anorganische Schmierschicht; Chlorhexidin 2 % ist substantiv, löst aber kein Gewebe. Lassen Sie Hypochlorit nie direkt auf Chlorhexidin treffen (Präzipitat mit para-Chloranilin). Verwenden Sie eine seitlich öffnende Kanüle, die nicht klemmt und 1–3 mm vor der Arbeitslänge endet, um eine Extrusion zu vermeiden.
- Rotierende NiTi-Feilen brechen entweder durch zyklische Ermüdung (Biegeermüdung) in gekrümmten Kanälen ohne Vorwarnung oder durch Torsionsüberlastung bei klemmender Spitze, oft mit sichtbarem Aufdrehen der Schneiden. Ein reproduzierbarer Gleitpfad, begrenzte Wiederverwendung, wärmebehandelte Legierungen und das Vermeiden langer Rotation auf einer Höhe senken das Frakturrisiko.
- Vitalerhaltende Maßnahmen haben Vorrang, wann immer die Pulpa erhalten werden kann: Hydraulische Kalziumsilikatzemente (MTA, Biodentine) sind die Materialien der Wahl für direkte Überkappung und Pulpotomie. Bei traumatischer Eröffnung junger Zähne ist die partielle Pulpotomie nach Cvek die Standardtherapie.
- Bei einem nekrotischen unreifen Zahn kann eine regenerative endodontische Behandlung (Desinfektion, dann Blutkoagel als Gerüst unter Kalziumsilikatzement) das weitere Wurzelwachstum ermöglichen; die Alternative ist ein apikaler MTA-Plug. Die Langzeit-Apexifikation mit Kalziumhydroxid wird kaum noch empfohlen, weil sie das Dentin schwächt und das Risiko zervikaler Wurzelfrakturen erhöht.
- Persistierende Erkrankung nach Behandlung: Bevorzugen Sie die orthograde Revision, wenn die Wurzelfüllung mangelhaft und der Zugang möglich ist; wählen Sie die apikale Mikrochirurgie, wenn die Wurzelfüllung suffizient ist oder für den Zugang ein intakter Stift und eine Krone entfernt werden müssten. Mikrochirurgie: 3 mm resezieren mit minimaler Abschrägung, 3 mm mit Ultraschall präparieren und mit Kalziumsilikatzement verschließen.
- Ein Zahn mit Infraktion (meist vital) schmerzt beim Aufbeißen und besonders beim Loslassen. Eine vertikale Wurzelfraktur (meist wurzelgefüllt, oft mit Stift) zeigt eine isolierte, tiefe, schmale Tasche, eine Fistel nahe dem Gingivarand und eine J-förmige oder haloförmige Aufhellung und erfordert in der Regel Extraktion oder Wurzelamputation.
- IADT 2020: flexible Schienung 2 Wochen bei Avulsion, Subluxation (falls nötig) und Extrusion; 4 Wochen bei lateraler Dislokation, Wurzelfraktur (bis 4 Monate bei zervikaler Lage) und Alveolarfortsatzfraktur. Bei reifen Zähnen beginnen Sie nach Avulsion oder Intrusion die Wurzelkanalbehandlung innerhalb von etwa 2 Wochen; unreife intrudierte Zähne lässt man spontan reeruptieren.
- Antibiotika lindern keine pulpitischen Schmerzen. Bei irreversibler Pulpitis, apikaler Parodontitis oder einem lokalisierten Abszess bei gesunden Erwachsenen sind sie nicht indiziert; die Therapie ist Drainage und Kanalaufbereitung. Ergänzen Sie Amoxicillin nur bei systemischer Beteiligung (Fieber, Krankheitsgefühl, Lymphadenopathie, Kieferklemme, sich ausbreitende Schwellung) oder Immunsuppression.
- Pulp and periapex: biology, pain and the diagnostic terminology – Endodontics deals with the dental pulp and the tissues around the root apex. Almost every endodontic question in a licensing exam starts with the same task: decide what state the pulp is in and what state the apical tissues are in. To do that well you need to understand how the pulp is built, why it hurts the way it does, and which words the profession uses for each state. This chapter lays that foundation.
- Clinical examination: pulp tests, radiographs and finding the source of pain – A good endodontic diagnosis combines the history, an examination of soft and hard tissues, special tests and radiographs. No single test is reliable on its own. The aim is to reproduce the patient's complaint, find the responsible tooth and decide on its pulpal and apical state.
- Root canal treatment step by step: anatomy, access, shaping, cleaning and obturation – Root canal treatment aims to remove infected or inflamed pulp tissue, reduce bacteria in the canal system to a level the body can cope with, and seal the system so that bacteria cannot regrow or re-enter. Each step serves that biological goal. Shaping exists to allow irrigation, and obturation and a good coronal restoration exist to prevent reinfection.
- Vital pulp therapy, immature teeth, resorption and emergencies – Modern endodontics tries to keep the pulp alive whenever this is predictable. A vital pulp continues to form dentine, keeps proprioception and defends the tooth. The European Society of Endodontology (2019) and the AAE (2021) both support vital pulp therapy in deep caries and in selected cases of pulpitis. Removing the whole pulp is no longer the automatic answer to an exposure.
- When treatment fails: retreatment, microsurgery, cracks and endo-perio lesions – Root canal treatment of teeth without an apical lesion succeeds in most cases; with an existing lesion the healing rate is lower but still high. Healing is judged clinically (no pain, swelling or sinus tract) and radiographically (lesion shrinking or gone, normal ligament space). Review at about 1 year, and follow up to 4 years if healing is incomplete. A lesion that persists or appears after treatment is called post-treatment endodontic disease.
- Dental trauma according to the IADT 2020 guidelines – The International Association of Dental Traumatology (IADT) published updated guidelines in 2020 for fractures and luxations, for avulsion of permanent teeth and for injuries in the primary dentition. Exams test these guidelines closely, especially splinting times, management of avulsion and intrusion, and what to do with immature teeth. The central idea behind all of them: protect the pulp and the periodontal ligament, because their healing determines the outcome.
4. Parodontologie · 13 % Anteil in der Prüfung · 5 lessons+
- Das suprakrestale Attachment (früher 'biologische Breite') aus Saumepithel und bindegewebigem Attachment beträgt etwa 2 mm. Halten Sie Restaurationsränder mindestens etwa 3 mm vom Alveolarkamm entfernt; eine Verletzung führt zu chronischer Entzündung, Rezession oder Knochenabbau und wird durch chirurgische Kronenverlängerung oder kieferorthopädische Extrusion korrigiert.
- Klassifikation AAP/EFP 2017: Gingivitis bei intaktem Parodont bedeutet Bluten auf Sondieren an mindestens 10 % der Stellen (lokalisiert 10–30 %, generalisiert über 30 %) ohne Attachmentverlust. Gesundheit bedeutet unter 10 % Blutungsstellen bei Sondierungstiefen bis 3 mm. Parodontitis setzt interdentalen Attachmentverlust an mindestens zwei nicht benachbarten Zähnen voraus (oder bukkal/oral mindestens 3 mm mit Taschen über 3 mm an mindestens zwei Zähnen).
- Das Staging richtet sich nach dem schwersten interdentalen Attachmentverlust, dem röntgenologischen Knochenabbau und dem parodontitisbedingten Zahnverlust, danach nach der Komplexität: Sondierungstiefen ab 6 mm, vertikaler Knochenabbau ab 3 mm oder Furkationsbefall Grad II/III heben einen Fall mindestens auf Stadium III; ein Verlust von 5 oder mehr Zähnen oder der Bedarf an komplexer Rehabilitation (weniger als 20 Zähne, Bisskollaps, sekundäres okklusales Trauma, Zahnwanderungen) bedeutet Stadium IV.
- Das Grading schätzt die Progressionsrate. Beginnen Sie mit Grad B und verwenden Sie direkte Evidenz (Attachmentverlust über 5 Jahre) oder das Verhältnis von prozentualem Knochenabbau zum Alter (unter 0,25 Grad A, 0,25–1,0 Grad B, über 1,0 Grad C). Rauchen von 10 oder mehr Zigaretten pro Tag oder ein HbA1c ab 53 mmol/mol (7,0 %) bei Diabetes verschiebt auf Grad C. Risikofaktoren verändern den Grad, niemals das Stadium.
- Parodontitis ist eine dysbiotische, wirtsvermittelte Erkrankung. Der rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia, Treponema denticola) ist mit tiefen Taschen assoziiert; P. gingivalis gilt als Schlüsselpathogen (keystone pathogen). Aggregatibacter actinomycetemcomitans (Leukotoxin) ist mit dem Molaren-Inzisiven-Muster bei jungen Patienten assoziiert.
- Der klinische Attachmentverlust wird von der Schmelz-Zement-Grenze aus gemessen: Addieren Sie die Rezession zur Sondierungstiefe oder subtrahieren Sie den Abstand, wenn der Gingivarand koronal der Schmelz-Zement-Grenze liegt. Sondieren Sie Furkationen mit einer Nabers-Sonde; die mesiale Furkation oberer Molaren erreichen Sie am besten von palatinal.
- Die EFP-S3-Leitlinie (2020) arbeitet in vier Stufen: (1) Mundhygiene, Kontrolle der Risikofaktoren und supragingivale Reinigung; (2) subgingivale Instrumentierung mit oder ohne Adjuvantien; (3) bei Resttaschen ab 6 mm (oder 4–5 mm mit Blutung) erneute Instrumentierung oder Chirurgie, regenerative Chirurgie bei intraossären Defekten ab 3 mm und Furkationsbefall Grad II an Unterkiefermolaren; (4) unterstützende Parodontitistherapie alle 3–12 Monate je nach Risiko.
- Systemische Antibiotika werden nicht routinemäßig eingesetzt. Amoxicillin plus Metronidazol über 7 Tage zusammen mit der subgingivalen Instrumentierung kann bei bestimmten Gruppen erwogen werden, etwa bei generalisierter Parodontitis Stadium III bei jungen Erwachsenen. Die EFP rät von subantimikrobiell dosiertem Doxycyclin ab; lokal applizierte Chlorhexidin- oder Antibiotika-Depots können erwogen werden.
- Akute Läsionen: Die nekrotisierende Gingivitis (ausgestanzte Papillen, Schmerz, Blutung, Pseudomembran; Stress, Rauchen, Immunsuppression) wird mit schonendem Debridement und Chlorhexidin behandelt, Metronidazol nur bei systemischer Beteiligung. Ein Parodontalabszess an einem vitalen Zahn wird durch Drainage und Debridement behandelt, Antibiotika nur bei systemischen Zeichen.
- Systemische Zusammenhänge: Diabetes und Parodontitis beeinflussen sich gegenseitig; die nichtchirurgische Therapie senkt den HbA1c nach 3–4 Monaten um etwa 0,4 % (4–5 mmol/mol). Rauchen maskiert die Gingivablutung. Phenytoin, Ciclosporin und Kalziumkanalblocker (Amlodipin, Nifedipin) verursachen Gingivavergrößerungen. Das Papillon-Lefèvre-Syndrom (Cathepsin C) verursacht eine Parodontitis beider Dentitionen mit palmoplantarer Hyperkeratose.
- Die periimplantäre Mukositis ist eine Blutung ohne Knochenabbau über das initiale Remodelling hinaus und ist reversibel. Bei der Periimplantitis kommt ein progredienter Knochenabbau hinzu; ohne Ausgangsröntgenbild sind ein Knochenabbau ab 3 mm und/oder Sondierungstiefen ab 6 mm mit starker Blutung diagnostisch.
- Mukogingivale und resektive Chirurgie: Der koronale Verschiebelappen mit subepithelialem Bindegewebstransplantat ist die vorhersagbarste Rezessionsdeckung (vollständige Deckung bei RT1-Rezessionen erreichbar); ein freies Schleimhauttransplantat verbreitert vor allem die keratinisierte Gingiva. Eine Gingivektomie ist kontraindiziert, wenn der Taschenboden apikal der mukogingivalen Grenze liegt oder Knochendefekte vorhanden sind; verwenden Sie dann einen apikalen Verschiebelappen.
- The healthy periodontium: anatomy that explains the disease – The periodontium is the tooth's supporting apparatus. It has four parts: gingiva, periodontal ligament, cementum and alveolar bone. Almost every periodontal concept, from pocket formation to the rules for crown margins, makes sense once you understand how these tissues attach to the tooth. This chapter covers the anatomy that examiners like to test.
- How periodontal disease develops: biofilm, host response and risk factors – Periodontitis is a chronic inflammatory disease caused by the interaction between a dysbiotic bacterial biofilm and the host's immune response. Bacteria are necessary but not sufficient. Most of the tissue destruction is done by the host's own inflammatory mediators and enzymes. Risk factors such as smoking and diabetes shift the balance towards destruction. This explains why two people with the same amount of plaque can have very different disease.
- Periodontal examination and the 2017 AAP/EFP classification – Diagnosis in periodontology rests on a careful clinical charting plus radiographs. The 2017 World Workshop of the American Academy of Periodontology (AAP) and the European Federation of Periodontology (EFP) created the classification used today. It replaced the older terms chronic and aggressive periodontitis with a single disease, periodontitis, described by stage (severity and complexity), extent and grade (rate of progression and risk). Exam questions often give you numbers and ask you to classify.
- Treating periodontitis: the EFP S3 guideline step by step – In 2020 the European Federation of Periodontology published an S3-level clinical practice guideline for the treatment of stage I to III periodontitis. S3 means it is based on systematic reviews and a formal consensus process. It organises treatment into four steps. Each step builds on the previous one, and the patient's response decides how far you need to go. Stage IV periodontitis has its own S3 guideline (2022), which adds orthodontic, prosthetic and implant rehabilitation to these steps.
- Periodontal surgery, acute conditions and peri-implant diseases – This chapter covers the surgical techniques that follow non-surgical therapy, the acute periodontal conditions that present as emergencies, and diseases around dental implants. Each is a favourite of examiners because the decisions depend on clear rules.
5. Festsitzende Prothetik · 8 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Die Pfeilerbeurteilung beruht auf drei Prüfungen: Ante-Gesetz (Summe der Wurzeloberflächen der Pfeiler mindestens so groß wie die der ersetzten Zähne), Kronen-Wurzel-Verhältnis (2:3 realistisch, 1:1 Minimum) und Wurzelform (divergierende, labiolingual breite und unregelmäßige Wurzeln tragen besser als konische oder verschmolzene).
- Der Behandlungsbedarf richtet sich nach Funktion und Patientenwunsch, nicht nach der Zahl der Lücken: Eine intakte Front mit Prämolarenokklusion (verkürzte Zahnreihe) genügt bei älteren Menschen meist, und stark gekippte Molarenpfeiler werden vor einer Brücke am besten kieferorthopädisch aufgerichtet.
- Retention verhindert das Abziehen entlang der Einschubrichtung, die Widerstandsform das Abkippen durch schräge Kräfte. Beide verbessern sich mit einem Konvergenzwinkel von 10–20 Grad, mindestens 4 mm Stumpfhöhe bei Molaren und 3 mm bei anderen Zähnen sowie Rillen oder Kästen bei kurzen Wänden.
- Der Substanzabtrag richtet sich nach dem Material: Vollguss okklusal etwa 1,0–1,5 mm mit Abschrägung des tragenden Höckers; Metallkeramik fazial 1,2–1,5 mm und okklusal etwa 2 mm; Glaskeramik okklusal etwa 1,5–2 mm mit 1 mm abgerundeter Stufe oder ausgeprägter Hohlkehle.
- Zwischen Alveolarkamm und Restaurationsrand sollten etwa 3 mm liegen (rund 2 mm suprakrestales Attachment plus Sulkus). Reicht eine Fraktur oder Karies näher an den Knochen, ist vor der Krone eine chirurgische Kronenverlängerung oder kieferorthopädische Extrusion angezeigt.
- Bei wurzelbehandelten Zähnen ist der Fassreifeneffekt (1,5–2 mm gesundes Dentin, das die Krone umfasst) wichtiger als der Stift. Stifte halten nur den Aufbau: Lassen Sie apikal 4–5 mm Guttapercha, halten Sie den Durchmesser bei höchstens einem Drittel der Wurzel und versorgen Sie Seitenzähne höckerüberkuppelnd.
- Provisorien schützen die Pulpa, stabilisieren die Zahnstellung, erhalten die Gingiva und testen die Ästhetik. Bis-Acryl-Komposit eignet sich wegen geringer Wärmeentwicklung für die direkte Technik; verwenden Sie eugenolfreien provisorischen Zement, wenn die definitive Versorgung adhäsiv befestigt wird.
- Additionsvernetzendes Silikon ist das dimensionsstabilste Abformmaterial, doch Schwefelverbindungen aus Latexhandschuhen hemmen seine Abbindung. Adrenalinhaltige Retraktionsfäden werden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hyperthyreose vermieden; Aluminiumchlorid oder Eisensulfat sind sicherere Hämostyptika.
- Die zentrische Relation ist eine reproduzierbare, zahnunabhängige Position mit den Kondylen anterior-superior an den Eminentiae. Der Gesichtsbogen überträgt die Lage des Oberkiefermodells zur Scharnierachse. Bei Exkursionen sollen Eckzähne (oder Gruppenführung der Arbeitsseite) die Seitenzähne disokkludieren; jeder Kontakt auf der Mediotrusionsseite ist eine Störung.
- Bestimmen Sie die Zahnfarbe zu Beginn der Sitzung, vor Kofferdam und Präparation, unter farbkorrigiertem Licht und mit kurzen Blicken; die Helligkeit ist die wichtigste Farbdimension, und ausgetrocknete Zähne wirken heller.
- Befestigung nach Werkstoffklasse: Glaskeramik wird mit Flusssäure geätzt, silanisiert und adhäsiv befestigt; Zirkonoxid wird abgestrahlt und mit einem MDP-Primer konditioniert; kunststoffmodifizierter Glasionomerzement wird unter schwachen Glaskeramiken wegen hygroskopischer Expansion vermieden.
- Brückendesign: Die Durchbiegung steigt mit der dritten Potenz der Spannweite; ein Pfeilerzahn in der Mitte braucht ein Geschiebe (Matrize distal am mittleren Pfeiler); einflügelige Adhäsivbrücken schneiden besser ab als zweiflügelige; ovale Zwischenglieder bieten das natürlichste Austrittsprofil, Schwebebrückenglieder die beste Reinigbarkeit. Sekundärkaries ist die häufigste Komplikation festsitzender Brücken.
- Diagnosis and treatment planning: is this tooth a good abutment? – Fixed prosthodontics replaces or restores teeth with restorations that the patient cannot remove: single crowns, inlays and onlays, veneers and fixed dental prostheses (FDPs, the modern term for bridges). An FDP has three parts. The abutment is the tooth (or implant) that carries the prosthesis. The retainer is the crown or other restoration cemented to the abutment. The pontic is the artificial tooth that replaces the missing one. The connector joins pontic and retainer. Every later decision depends on one early question: can the abutments carry the extra load safely for many years?
- Tooth preparation: retention, resistance, reduction and margins – A crown preparation must do five things: preserve tooth structure, give retention and resistance form, provide enough space for a durable restoration, produce a margin that the technician and the patient can work with, and protect the periodontium. These principles come from Shillingburg and remain the basis of every textbook.
- Root-filled teeth, provisional restorations and impressions – Root canal treatment removes the pulp but also, through access cavities and earlier caries, much of the dentine that holds the tooth together. Loss of the marginal ridges and the roof of the pulp chamber reduces cuspal stiffness far more than the root canal procedure itself. The restorative question is therefore: how much tooth is left, and how will the final restoration protect it?
- Occlusion, jaw records and shade selection – A fixed restoration must fit into the patient's occlusion without creating new interferences. That requires a reference position, accurate transfer of the casts to an articulator, and a clear concept of how the teeth should guide jaw movements.
- Materials and cementation: metal-ceramic, glass-ceramic and zirconia – Choosing a crown material means balancing strength, aesthetics, the space available, the occlusal load and the opposing tooth. The main options are complete metal, metal-ceramic, glass-ceramic and zirconia. Each has its own preparation requirements, failure modes and cementation protocol.
- Fixed dental prosthesis design, pontics and complications – Once the abutments are judged adequate, the FDP must be designed so that it resists bending, keeps the tissues healthy and can be cleaned. Design errors show up years later as debonding, fractures, caries and periodontal problems.
6. Herausnehmbare Prothetik & Implantologie · 7 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Kennedy-Klassen: I beidseitige Freiendsituation, II einseitige Freiendsituation, III Schaltlücke im Seitenzahnbereich, IV einzelne frontale Lücke über die Mittellinie. Applegate-Regeln: Klassifizieren Sie nach geplanten Extraktionen; die am weitesten distal gelegene Lücke bestimmt die Klasse; weitere Lücken zählen nur der Anzahl nach als Modifikationen; fehlende Weisheitszähne werden ignoriert, außer sie werden ersetzt; Klasse IV hat keine Modifikationen.
- Eine Modellgussprothese hat sechs Bestandteile: großen Verbinder, kleine Verbinder, Auflagen, direkte Halteelemente, indirekte Halteelemente und Prothesensättel. Auflagen geben vertikale Abstützung; ihr Boden fällt zur Zahnmitte hin ab, damit Kräfte axial geleitet werden.
- Bei Freiendprothesen rotiert der Sattel um die Kipplinie durch die distalsten Auflagen. Verwenden Sie mesiale Auflagen mit RPI oder flexible Drahtklammerarme am endständigen Pfeiler, indirekte Halteelemente weit vor der Kipplinie und eine Funktionsabformung (Altered-Cast-Technik) der Kieferkämme.
- Die Klammerwahl richtet sich nach dem Unterschnitt: Gegossene Kobalt-Chrom-Klammerspitzen fassen etwa 0,25 mm, Gold und Draht etwa 0,5 mm. Die Ringklammer eignet sich für mesial und lingual gekippte Unterkiefermolaren, die Bonwill-Klammer für Seiten ohne Lücke und die Kombinationsklammer für einen Freiendpfeiler mit nur mesiobukkalem Unterschnitt.
- Große Verbinder im Unterkiefer: Ein Sublingualbügel braucht etwa 8 mm vom Gingivarand bis zum Mundboden, sonst wird eine Lingualplatte verwendet. Oberkiefer: Ein ringförmiger Gaumenbügel (anteroposteriores Band) umschließt einen Torus, der nicht bis zum weichen Gaumen reicht; der hufeisenförmige Verbinder ist am wenigsten starr und Tori vorbehalten, die bis an den Hinterrand des harten Gaumens reichen.
- Der Halt einer Totalprothese hängt von Ausdehnung und Randabschluss ab. Der Postdamm liegt am weichen Gaumen entlang der Ah-Linie. Randfehler führen zu typischen Beschwerden: Zungenbewegung hebt einen überextendierten frontalen Lingualrand, weite Mundöffnung löst einen zu dicken distobukkalen Rand im Bereich des Processus coronoideus.
- Vertikale Kieferrelation in Okklusion = Ruheschwebelage minus 2–4 mm interokklusaler Abstand. Eine zu hohe Bisshöhe führt zu Klappern, Druckstellen und angespannten Lippen; eine zu niedrige zu eingefallenem Gesicht, Mundwinkelrhagaden und schwacher Kaukraft.
- Zahnaufstellung: Die oberen mittleren Schneidezähne stehen 8–10 mm vor der Papilla incisiva, die Okklusionsebene folgt der Camper-Ebene, und die Laute „f“ und „w“ prüfen die Schneidekante an der Unterlippe. Seitenzähne brauchen bukkalen Überbiss gegen Wangenbeißen. Die balancierte Okklusion folgt dem Hanau-Quint: Eine steile Kondylenbahn erfordert eine stärkere Kompensationskurve oder höhere Höcker.
- Bei der Unterfütterung wird die Basisunterseite erneuert, bei der Neubasierung die gesamte Basis ersetzt. Sofortprothesen müssen meist nach 3–6 Monaten unterfüttert werden. Pfeiler von Deckprothesen werden wurzelbehandelt, 2–3 mm über der Gingiva kuppelförmig gekürzt und täglich mit Fluoridgel geschützt; eine Deckprothese auf zwei Implantaten ist der Standard der ersten Wahl für den zahnlosen Unterkiefer.
- Kombinationssyndrom nach Kelly: Ein zahnloser Oberkiefer gegen natürliche Unterkieferfrontzähne führt zu frontalem Knochenabbau mit Schlotterkamm, vergrößerten Tubera, papillärer Hyperplasie und Elongation der Unterkieferfront. Schlotterkämme werden unbelastet abgeformt, zum Beispiel mit der Fenstertechnik.
- Implantatplanung: Halten Sie mindestens 1,5 mm zwischen Implantat und Zahn, 3 mm zwischen Implantaten, etwa 2 mm bukkalen Knochen und 2 mm Sicherheitsabstand zum Canalis mandibulae ein. Belastung: sofort innerhalb 1 Woche, früh zwischen 1 Woche und 2 Monaten, konventionell nach mehr als 2 Monaten. Vermeiden Sie elektive Implantate unter hochdosierter antiresorptiver Tumortherapie.
- Periimplantäre Mukositis bedeutet Blutung oder Suppuration bei sanfter Sondierung ohne Knochenverlust über die initiale Remodellierung hinaus; sie ist durch Reinigung und Mundhygiene reversibel. Bei Periimplantitis kommt progredienter Knochenverlust hinzu. Ohne Ausgangsbefund wird sie bei Sondierungstiefen ab 6 mm mit Blutung und einem Knochenniveau mindestens 3 mm apikal des intraossären Implantatanteils diagnostiziert.
- Partially edentulous arches: Kennedy classification and RPD components – A removable partial denture (RPD) replaces missing teeth in a partially edentulous arch and can be taken out by the patient. A well-designed cobalt-chromium RPD is supported by teeth and, in free-end situations, also by the mucosa of the residual ridge. Before designing it, you need a shared language for describing the arch. That is the Kennedy classification, made usable by Applegate's rules.
- RPD design: surveying, clasps and distal-extension biomechanics – Designing an RPD starts at the dental surveyor. The surveyor holds the diagnostic cast at a chosen tilt and uses a vertical analysing rod to mark where each tooth is widest relative to that tilt. The tilt represents the path of insertion and removal of the denture.
- Complete dentures I: anatomy, impressions and border problems – After all teeth are lost, the alveolar bone resorbs continuously, faster in the mandible than in the maxilla and fastest in the first year. A complete denture has no teeth to hold onto. It relies on three properties: support (resistance to movement towards the tissues), retention (resistance to removal away from the tissues) and stability (resistance to horizontal and rotational movement). Understanding the anatomy explains every step of the impression.
- Complete dentures II: jaw relations, tooth arrangement and delivery problems – Once the impressions are made, the dentist must tell the laboratory how tall the dentures should be, where the teeth go and how the jaws relate. These records are taken with record bases and wax occlusion rims.
- Maintaining dentures: relining, immediate dentures, overdentures and denture stomatitis – A denture fits the mouth on the day it is delivered. Bone continues to resorb, especially after extractions, so the fitting surface gradually loses contact. Regular review, usually yearly for long-term denture wearers, catches problems early.
- Dental implants: osseointegration, planning, loading and peri-implant disease – Osseointegration, as defined by Brånemark, is a direct structural and functional connection between ordered, living bone and the surface of a load-carrying implant, with no fibrous tissue in between. Commercially pure titanium or titanium alloys, with a moderately rough surface, give predictable integration. A fibrous capsule around an implant means failure, not a ligament.
7. Oralchirurgie & Lokalanästhesie · 5 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Maximaldosen (Malamed, FDA-Zulassung): Lidocain mit Adrenalin 7,0 mg/kg (max. 500 mg), Articain 7,0 mg/kg, Mepivacain 6,6 mg/kg (max. 400 mg), Prilocain 8,0 mg/kg (max. 600 mg), Bupivacain insgesamt 90 mg. Eine 1,8-ml-Karpule enthält bei 2 % 36 mg, bei 4 % 72 mg Wirkstoff.
- Adrenalin 1:100.000 enthält 0,01 mg/ml, also 0,018 mg je 1,8-ml-Karpule. Grenze pro Sitzung: 0,2 mg bei Gesunden und 0,04 mg bei relevanter Herz-Kreislauf-Erkrankung. Immer aspirieren und langsam injizieren.
- Lokale Komplikationen: Eine zu weit dorsal gesetzte Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior verursacht eine vorübergehende Fazialisparese (Auge schützen); ein zu tief gesetzter PSA-Block ein Hämatom des Plexus pterygoideus; wiederholte Injektionen in den M. pterygoideus medialis eine Kieferklemme. Eine Prilocain-Überdosis führt zur Methämoglobinämie, Therapie mit Methylenblau.
- Beurteilung von Weisheitszähnen: Winter-Klassifikation (Angulation; mesioangulär ist am häufigsten und im Unterkiefer am einfachsten, distoangulär am schwierigsten) und Pell und Gregory (Klasse I–III Platz zum Ramus, Position A–C Tiefe). Entfernung nur bei Pathologie (NICE), z. B. zweite Perikoronitis-Episode, nicht restaurierbare Karies, Zysten oder Resorption am zweiten Molaren.
- Wurzelverdunkelung, Unterbrechung der Kortikalislinie und Umlenkung des Kanals in der Panoramaschichtaufnahme zeigen eine enge Lagebeziehung zum Canalis mandibulae: DVT erwägen und eine Koronektomie in Betracht ziehen. Distale Entlastungsschnitte in der Weisheitszahnchirurgie werden nach bukkal geführt, um den N. lingualis zu schonen.
- Lappenprinzipien: Basis breiter als der freie Rand, Mukoperiostlappen in voller Dicke, vertikale Entlastungsschnitte an den Zahnkanten und über gesundem Knochen (nicht über Knochendefekten, durch Papillen oder über dem Foramen mentale), Wundränder auf Knochen. Nähte vom beweglichen zum fixierten Gewebe, Knoten neben der Inzision, nicht resorbierbare Nähte nach etwa 5–7 Tagen entfernen.
- Alveolitis sicca: Tag 2–4, starke ausstrahlende Schmerzen, leere Alveole; spülen und medikamentöse Einlage, keine Kürettage und keine Antibiotika. Mund-Antrum-Verbindung: unter 2 mm Spontanheilung, 2–6 mm Achternaht, ab 7 mm plastische Deckung, jeweils mit Verhaltensregeln für die Kieferhöhle.
- Odontogene Infektion: Atemweg sichern, Ursache beseitigen, drainieren; Antibiotika nur ergänzend bei systemischen Zeichen oder Ausbreitung (erste Wahl Amoxicillin oder Penicillin V). Die Wurzelspitzen der zweiten und dritten Unterkiefermolaren liegen unterhalb der Linea mylohyoidea, eine linguale Ausbreitung erreicht daher die submandibuläre Loge.
- Die Angina Ludovici (beidseitig submandibuläre, sublinguale und submentale Loge) sowie parapharyngeale und retropharyngeale Infektionen gefährden den Atemweg und können ins Mediastinum absteigen. Infektionen der Fossa canina können über die klappenlosen Vv. angularis und ophthalmica eine Sinus-cavernosus-Thrombose auslösen.
- Einseitige Kollumfraktur: Deviation zur Frakturseite, ipsilateraler Frühkontakt und kontralateral offener Biss; beidseitige Frakturen ergeben einen frontal offenen Biss. Le Fort I verläuft horizontal oberhalb der Apices, Le Fort II pyramidal mit beweglicher Nase und Oberkiefer, Le Fort III als kraniofaziale Dysjunktion.
- MRONJ (AAOMS 2022): antiresorptive Therapie mit oder ohne antiangiogene oder immunmodulierende Medikamente, freiliegender oder über eine Fistel sondierbarer Knochen über mehr als 8 Wochen und keine Bestrahlung oder Metastase im Kiefer. Invasive Behandlungen vor Therapiebeginn abschließen; unter hochdosierter Therapie den Wurzelerhalt der Extraktion vorziehen.
- Antithrombotika (SDCEP 2022): Warfarin – behandeln, wenn die INR unter 4 liegt, gemessen möglichst innerhalb von 24 Stunden (bei stabiler Einstellung bis 72 Stunden); DOAK – Eingriffe mit niedrigem Blutungsrisiko ohne Pause, bei höherem Risiko Morgendosis von Apixaban oder Dabigatran auslassen, von Rivaroxaban oder Edoxaban verschieben; Thrombozytenaggregationshemmer nicht absetzen. Früh am Tag behandeln und lokale Blutstillung einsetzen.
- Local anaesthetics: how they work, the drugs, vasoconstrictors and dose calculation – Safe local anaesthesia is the base of all oral surgery. Exams test three things again and again: understanding why an anaesthetic works or fails, choosing the right solution for the patient, and calculating the maximum dose. This chapter covers all three.
- Injection techniques, failed anaesthesia and complications of local anaesthesia – Which nerve supplies which tissue decides which injection you give. Most clinical exam questions describe a patient who still feels pain in one area; the answer is the nerve that the first injection did not reach.
- Exodontia: instruments, flaps, sutures and complications during and after extraction – Extracting a tooth is controlled expansion of the socket followed by removal along the path of least resistance. Forces are applied in a planned way, bone and soft tissue are respected, and every complication has a mechanism you can predict. This chapter follows the procedure from assessment to aftercare.
- Impacted third molars: classification, indications, surgery and nerve injury – Third molars are the most commonly impacted teeth. An impacted tooth is one that fails to erupt into its functional position within the expected time, usually because of a lack of space, an obstruction or an abnormal path. The questions to answer are: does this tooth need removal, how difficult will it be, and how do I protect the nerves?
- Odontogenic infections and maxillofacial fractures – Odontogenic infections and facial trauma are the two emergencies of the face that a general dentist must recognise, triage and refer correctly. In both, the first question is not the tooth but the airway.
- The medically compromised surgical patient and the biopsy: antithrombotics, MRONJ and suspicious lesions – An ageing population means more patients on anticoagulants, antiplatelet drugs and bone-modifying agents. The aim is to treat them safely without stopping drugs that protect them from stroke, heart attack or fractures. This chapter also covers the biopsy, because suspicious lesions are frequently found in exactly these older patients.
8. Orale Medizin · 7 % Anteil in der Prüfung · 5 lessons+
- Jedes orale Ulkus, das 2 Wochen (höchstens 3 Wochen) nach Beseitigung einer vermuteten Ursache nicht abgeheilt ist, muss biopsiert oder dringend überwiesen werden. Induration, wallartige Ränder, Fixierung am Untergrund und zervikale Lymphknoten sind Warnzeichen für ein Plattenepithelkarzinom.
- Rezidivierende Aphthen betreffen unverhornte Schleimhaut, rezidivierender intraoraler Herpes verhornte Schleimhaut (harter Gaumen, befestigte Gingiva). Bei schweren oder atypischen Aphthen bestimmen Sie Blutbild, Ferritin, Vitamin B12, Folsäure und Zöliakie-Serologie und denken Sie an einen Morbus Behçet (ICBD: orale, genitale und okuläre Läsionen je 2 Punkte, Haut, ZNS, Gefäße und Pathergie je 1 Punkt; ab 4 Punkten).
- Pemphigus vulgaris: suprabasale intraepitheliale Spaltbildung, Anti-Desmoglein-3, interzelluläres IgG in der direkten Immunfluoreszenz; Therapie der ersten Wahl ist Rituximab mit kurzzeitigem systemischem Kortikosteroid. Schleimhautpemphigoid: subepitheliale Spaltbildung, lineares IgG/C3 an der Basalmembranzone, desquamative Gingivitis und vernarbende Augenbeteiligung, daher Überweisung an die Augenheilkunde.
- Für die direkte Immunfluoreszenz entnehmen Sie periläsionale, intakte Schleimhaut und versenden sie in Michel-Medium oder nativ zum Einfrieren; Formalin zerstört die Antigene. Eine zweite Probe aus der Läsion in 10 % neutral gepuffertem Formalin geht zur Routinehistologie.
- Ein asymptomatischer retikulärer oraler Lichen planus erfordert keine Therapie, nur Kontrollen, da die WHO Lichen planus und lichenoide Läsionen zu den oralen potenziell malignen Erkrankungen zählt. Symptomatische erosive Formen werden mit potenten topischen Kortikosteroiden behandelt; eine einseitige lichenoide Läsion mit Kontakt zu einer Amalgamfüllung spricht für eine Kontaktreaktion, die Füllung sollte ersetzt werden.
- Kandidose: Pseudomembranöse Beläge sind abwischbar, die chronisch-hyperplastische Kandidose nicht, sie muss biopsiert werden; die Prothesenstomatitis behandeln Sie vor allem durch Prothesenhygiene und nächtliches Herausnehmen. Nystatin wird nicht resorbiert und ist unter Warfarin sicher; Miconazol-Mundgel und systemische Azole erhöhen die INR.
- Die Leukoplakie ist eine Ausschlussdiagnose. Biopsieren Sie den verdächtigsten Bereich; Hochrisikomerkmale sind ein inhomogenes (gesprenkeltes, noduläres, verruköses) Erscheinungsbild, Mundboden oder ventrolaterale Zunge, große Ausdehnung, Dysplasie, proliferative verruköse Leukoplakie und Erythroplakie.
- Trigeminusneuralgie: kurze, triggerbare, elektrisierende Schmerzattacken; Carbamazepin (oder Oxcarbazepin) ist Mittel der ersten Wahl, eine MRT wird empfohlen. Das Burning-Mouth-Syndrom diagnostizieren Sie erst nach Ausschluss lokaler und systemischer Ursachen; topisches Clonazepam hat die beste Evidenz. Neue Kopfschmerzen mit Claudicatio der Kaumuskulatur bei über 50-Jährigen sprechen für eine Riesenzellarteriitis und erfordern noch am selben Tag eine Steroidtherapie.
- CMD (DC/TMD): Ein schmerzfreies reziprokes Knacken entspricht einer Diskusverlagerung mit Reposition und erfordert nur Aufklärung. Bei einer akuten Kieferklemme weicht der Unterkiefer zur betroffenen Seite ab, die Laterotrusion zur Gegenseite ist eingeschränkt. Die Primärtherapie ist reversibel: Selbstmanagement, NSAR und eine harte Stabilisierungsschiene.
- Antikoagulanzien (SDCEP 2022): Unter Warfarin behandeln Sie bei einer INR unter 4, gemessen möglichst innerhalb von 24 Stunden (bei stabiler INR 72 Stunden). DOAK: keine Unterbrechung bei Eingriffen mit niedrigem Risiko; bei höherem Risiko die Morgendosis auslassen (Apixaban, Dabigatran) oder verschieben (Rivaroxaban, Edoxaban). Thrombozytenaggregationshemmer nicht absetzen; lokale Blutstillung immer anwenden.
- MRONJ (AAOMS 2022): freiliegender oder sondierbarer Knochen über mehr als 8 Wochen nach antiresorptiver oder antiangiogener Therapie, ohne Bestrahlung der Kiefer. Stadium 1 ist asymptomatisch, Stadium 2 schmerzhaft oder infiziert, Stadium 3 reicht über den Alveolarknochen hinaus oder führt zu Fraktur, extraoraler Fistel, Mund-Antrum-Verbindung oder Osteolyse. Vor einer Kopf-Hals-Bestrahlung entfernen Sie Zähne mit schlechter Prognose mindestens 2 Wochen vor Therapiebeginn.
- Schwangerschaft: Elektive Behandlungen erfolgen am besten im zweiten Trimenon; ab etwa der 20. Woche lagern Sie die Patientin linksseitig gekippt, um ein Vena-cava-Kompressionssyndrom zu vermeiden; Paracetamol ist das Analgetikum der Wahl. Hypoglykämie bei Bewusstsein: 15–20 g Glukose oral; bei Bewusstlosigkeit Glukagon 1 mg intramuskulär.
- Oral ulcers and blistering diseases – An ulcer is a loss of the full thickness of the surface epithelium, so the underlying connective tissue is exposed and covered by a yellow-grey fibrin slough. An erosion is a partial loss that leaves some epithelium behind. A vesicle is a fluid-filled blister under 5 mm, a bulla is larger. In the mouth, blisters break quickly because of chewing and saliva, so most blistering diseases are first seen as erosions or ulcers. The key skill is to decide quickly whether an ulcer is harmless, infectious, immune-mediated or malignant.
- White and red lesions, candidiasis and potentially malignant disorders – Most oral white patches are white because the epithelium is thickened or keratinised and becomes waterlogged by saliva. Some white patches are a removable surface layer, such as the plaques of pseudomembranous candidiasis. Red patches are red because the epithelium is thin, atrophic or ulcerated, or because there is inflammation or increased vascularity. The first practical test is simple: can the white material be wiped off with gauze?
- Dry mouth, salivary disease and oral signs of systemic disease – Xerostomia is the symptom of a dry mouth. Hyposalivation is the measured reduction of salivary flow. The two do not always match: some patients complain of dryness with normal flow, and some have low flow without complaint. Saliva protects teeth and mucosa by buffering acids, supplying calcium and phosphate for remineralisation, lubricating, and providing antimicrobial proteins. When it fails, patients develop rampant cervical and incisal caries, candidiasis, burning, altered taste, difficulty swallowing dry food and poor denture retention.
- Orofacial pain and temporomandibular disorders – Most facial pain is dental, so first exclude pulpitis, cracked teeth, periapical and periodontal infection and sinusitis. When the teeth are sound, think about four groups: neuropathic pain (trigeminal neuralgia and related conditions), musculoskeletal pain (temporomandibular disorders), neurovascular pain and headaches (including giant cell arteritis), and persistent idiopathic pain (burning mouth syndrome, persistent idiopathic facial pain). The character, timing and triggers of the pain usually point to the group.
- The medically compromised patient: bleeding, bone-modifying drugs, radiotherapy, pregnancy and emergencies – Oral medicine includes safe dental care for patients with medical conditions. Exams focus on a few high-yield areas: anticoagulants and antiplatelet drugs, low platelet counts, medication-related osteonecrosis of the jaw (MRONJ), head and neck radiotherapy, pregnancy, diabetes and common medical emergencies. The general principle is that stopping a protective drug often carries more risk than managing a little extra bleeding with local measures.
9. Orale Pathologie · 5 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Epithelialer Ursprung odontogener Zysten: Aus den Malassez-Epithelresten entstehen radikuläre Zysten, aus dem reduzierten Schmelzepithel follikuläre Zysten (Ansatz an der Schmelz-Zement-Grenze), aus Resten der Zahnleiste (Serres-Reste) odontogene Keratozysten, laterale parodontale Zysten und Gingivazysten.
- Die odontogene Keratozyste wird wieder als entwicklungsbedingte Zyste klassifiziert (WHO 2017 und 2022). Histologisch typisch sind gewelltes Parakeratin, 6–8 Zelllagen, palisadenförmige hyperchromatische Basalzellen, eine flache Epithel-Bindegewebs-Grenze und Satellitenzysten. Sie rezidiviert häufig; multiple Keratozysten sprechen für ein Basalzellnävus-Syndrom (Gorlin-Goltz) mit PTCH1-Mutation.
- Konventionelles Ameloblastom: posteriorer Unterkiefer Erwachsener, multilokuläre 'Seifenblasen'-Aufhellung mit Wurzelresorption, Vickers-Gorlin-Kriterien (Palisadenstellung, umgekehrte Polarität, subnukleäre Vakuolen); BRAF V600E ist häufig. Das unizystische Ameloblastom ähnelt bei jungen Patientinnen und Patienten einer follikulären Zyste; nur der murale Typ infiltriert die Zystenwand und verhält sich wie ein konventionelles Ameloblastom. Das adenoide Ameloblastom ist die einzige neue odontogene Entität der WHO 2022.
- Weitere odontogene Tumoren: Das Odontom ist am häufigsten (zusammengesetzt im anterioren Oberkiefer, komplex im posterioren Unterkiefer); der AOT folgt der 'Zwei-Drittel-Regel' (Oberkiefer, junge Frauen, retinierter Eckzahn); der CEOT zeigt Amyloid und Liesegang-Ringe mit harmloser Kernpleomorphie; das Zementoblastom ist mit der Wurzel eines vitalen Unterkiefermolaren verwachsen.
- Fibro-ossäre Läsionen: Die fibröse Dysplasie (GNAS) zeigt milchglasartigen Knochen, der unscharf in gesunden Knochen übergeht; das ossifizierende Fibrom ist scharf begrenzt und lässt sich ausschälen; die zemento-ossäre Dysplasie liegt periapikal an vitalen Zähnen, typischerweise bei Frauen mittleren Alters afrikanischer Herkunft, und bedarf keiner Therapie.
- Riesenzellläsionen: Das zentrale Riesenzellgranulom (anteriorer Unterkiefer, oft über die Mittellinie, unter 30 Jahren) ist histologisch nicht vom braunen Tumor des Hyperparathyreoidismus zu unterscheiden; bestimmen Sie daher Calcium, Phosphat, alkalische Phosphatase und Parathormon. Der Cherubismus (SH3BP2) verursacht beidseitige, familiäre Riesenzellläsionen, die sich nach der Pubertät zurückbilden.
- Speicheldrüsentumoren: Je kleiner die Drüse, desto höher der Anteil maligner Tumoren. Das pleomorphe Adenom ist insgesamt am häufigsten; der Warthin-Tumor betrifft die Parotis älterer Raucher und kann beidseitig auftreten; das Mukoepidermoidkarzinom ist der häufigste maligne Tumor; das adenoid-zystische Karzinom breitet sich perineural aus und metastasiert spät in die Lunge.
- Die nekrotisierende Sialometaplasie, meist am posterioren harten Gaumen nach Trauma oder Lokalanästhesie, bildet ein tiefes kraterförmiges Ulkus, das klinisch und histologisch ein Karzinom imitiert. Erhaltene Läppchenarchitektur und blande Plattenepithelmetaplasie grenzen sie ab; sie heilt spontan in etwa 5–6 Wochen.
- Orales Plattenepithelkarzinom: Tabak und Alkohol wirken synergistisch; in Südasien dominieren Arekanuss und Betelbissen (Wangenschleimhaut); UV-Licht verursacht das Unterlippenkarzinom. Laterale und ventrale Zunge sowie Mundboden sind die häufigsten intraoralen Lokalisationen. Die AJCC-8. Auflage berücksichtigt die Invasionstiefe in der T-Kategorie (Grenzen 5 mm und 10 mm).
- Erbliche Zahnhartsubstanzdefekte: Die Amelogenesis imperfecta betrifft nur den Schmelz (Pulpa und Wurzeln normal); die Dentinogenesis imperfecta zeigt opaleszierende Zähne mit bauchigen Kronen, zervikaler Einschnürung und obliterierten Pulpen; die Dentindysplasie Typ I zeigt kurze oder fehlende Wurzeln mit halbmondförmigen Pulparesten.
- Formanomalien der Zähne: Bei der Gemination bleibt die Zahnzahl normal, bei der Fusion fehlt ein Zahn; bei der Konkreszenz sind die Wurzeln nur durch Zement verbunden; der Dens invaginatus betrifft meist obere seitliche Schneidezähne und sollte früh versiegelt werden; der Taurodontismus (hohe Pulpakammer, apikal verlagerte Furkation) ist mit dem Klinefelter-Syndrom assoziiert.
- Odontogenic and non-odontogenic jaw cysts (WHO 2022) – A cyst is a pathological cavity, usually filled with fluid or semi-fluid material, that is lined by epithelium. Jaw cysts are common because the jaws contain many leftover pieces of tooth-forming epithelium. Knowing which epithelial remnant gives rise to which cyst helps you remember their sites, histology and behaviour. The 5th edition of the WHO Classification of Head and Neck Tumours (2022) groups odontogenic cysts into inflammatory and developmental cysts, essentially keeping the 2017 scheme.
- Odontogenic tumours: WHO 2022 classification and key entities – Odontogenic tumours arise from the tissues that form teeth: odontogenic epithelium, odontogenic mesenchyme (dental papilla and follicle), or both. Most are benign, but several are locally aggressive. The WHO 5th edition (2022) groups them by tissue of origin and by behaviour. For the exam, learn the groups, the few changes from 2017, and the classic clinical, radiographic and histological picture of each important tumour.
- Fibro-osseous, giant cell and other bone lesions of the jaws – Fibro-osseous lesions are a group in which normal bone is replaced by fibrous tissue containing new bone or cementum-like material. Under the microscope they can look almost identical, so the diagnosis depends on combining histology with the clinical picture and especially the radiographic margin. The WHO 2022 chapter on maxillofacial bone tumours includes fibrous dysplasia, cemento-osseous dysplasia, segmental odontomaxillary dysplasia, the ossifying fibromas and familial gigantiform cementoma.
- Salivary gland pathology – Salivary pathology ranges from simple mucus leakage to a wide spectrum of tumours. The salivary glands are the paired parotid, submandibular and sublingual glands, and hundreds of minor glands throughout the oral mucosa except the gingiva and anterior hard palate. The most common oral salivary lesion is not a tumour at all but the mucocele.
- Oral squamous cell carcinoma and its variants – More than 90% of oral cancers are squamous cell carcinomas (SCC). SCC is a malignant tumour of the stratified squamous epithelium, defined by invasion through the basement membrane into the connective tissue. Before invasion, the epithelium may pass through stages of dysplasia (disordered growth with cellular atypia) and carcinoma in situ, but many carcinomas develop without a recognised precursor.
- Developmental and inherited anomalies of the teeth – Teeth form in stages: initiation and bud, cap and bell stages, then deposition of dentine and enamel (apposition), mineralisation, root formation and eruption. A disturbance at a given stage produces a predictable defect. Problems in initiation change the number of teeth, problems in morphodifferentiation change the shape, and problems in apposition or mineralisation change the structure of enamel or dentine. Inherited defects affect all teeth of one or both dentitions; environmental defects affect the teeth that were forming at the time of the insult.
10. Zahnärztliche Radiologie · 2 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Rechtfertigung, Optimierung und Dosisbegrenzung: Jede Aufnahme muss durch Anamnese und klinische Untersuchung gerechtfertigt sein und so niedrig wie diagnostisch vertretbar (ALADA) erfolgen. Routinemäßige Screening-Aufnahmen ohne klinische Indikation sind nicht zulässig.
- Bissflügel-Intervalle (ADA/FDA): Erwachsene mit erhöhtem Kariesrisiko alle 6–18 Monate, Erwachsene mit niedrigem Risiko alle 24–36 Monate; Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Risiko alle 6–12 Monate, Kinder mit niedrigem Risiko alle 12–24 Monate, Jugendliche mit niedrigem Risiko alle 18–36 Monate.
- Seit den ADA-Empfehlungen von 2024 werden Bleischürze und Schilddrüsenschutz bei zahnärztlichen Aufnahmen für keine Patientengruppe mehr empfohlen, auch nicht in der Schwangerschaft. Der Schutz beruht auf Indikationsstellung, Rechteckkollimation, empfindlichen digitalen Detektoren und korrekter Positionierung. Wo nationale Vorschriften Schutzmittel noch verlangen, sind diese einzuhalten.
- Die Rechteckblende senkt die Patientendosis gegenüber dem Rundtubus bis auf ein Fünftel; ein Fokus-Haut-Abstand von 40 statt 20 cm reduziert die Exposition um 10–25 %. Ohne Schutzwand steht die bedienende Person mindestens 2 m vom Röhrenkopf entfernt außerhalb des Nutzstrahls.
- Fehler bei intraoralen Aufnahmen: Elongation bedeutet zu geringe, Verkürzung zu steile vertikale Angulation; überlappende Approximalkontakte bedeuten falsche horizontale Angulation; ein Blendenabschnitt (cone cut) entsteht bei nicht zentriertem Strahl; ein heller Film mit Fischgrätmuster wurde verkehrt herum eingelegt.
- Tubusverschiebungsregel (SLOB, Same Lingual Opposite Buccal): Bewegt sich ein Objekt in dieselbe Richtung wie die Röhre, liegt es lingual bzw. palatinal; bewegt es sich in die Gegenrichtung, liegt es bukkal.
- Positionierung bei der Panoramaschichtaufnahme: zu weit vorn ergibt schmale, unscharfe Frontzähne; zu weit hinten verbreiterte Frontzähne; Kinn zu tief verstärkt die Lächelkurve; Kinn zu hoch flacht sie ab und projiziert den Gaumen über die Oberkieferapices; Zunge nicht am Gaumen ergibt ein Aufhellungsband über den Oberkieferwurzelspitzen; zusammengesunkene Haltung einen Wirbelsäulenschatten in der Mitte.
- Geisterbilder (Phantombilder) in der Panoramaschichtaufnahme erscheinen auf der Gegenseite, höher, vergrößert (vor allem horizontal) und unscharf. Ohrringe, Piercings, Brillen, Haarnadeln und herausnehmbaren Zahnersatz vor der Aufnahme entfernen.
- Die DVT ist keine Routine- oder Screening-Untersuchung. Gewählt wird das kleinste Volumen, das eine konkrete, mit 2D-Bildern nicht beantwortbare Frage klärt (verlagerte Eckzähne, Weisheitszähne nahe dem Mandibularkanal, Implantatplanung, ausgewählte endodontische Fälle). Grenzen: schlechter Weichgewebekontrast, Metallartefakte, Grauwerte ohne echte Hounsfield-Einheiten; das gesamte Volumen ist zu befunden.
- Eine periapikale Aufhellung oder ein Mischbild an einem vitalen Zahn spricht für Anatomie (Foramen mentale oder incisivum) oder eine zemento-ossäre Dysplasie; vor jeder endodontischen Behandlung die Vitalität prüfen. Ein devitaler Zahn mit diffuser apikaler Sklerose und erweitertem Parodontalspalt spricht für eine kondensierende Ostitis.
- Röntgenologische Warnzeichen für Malignität: unscharfe oder mottenfraßartige Begrenzung, symmetrische Erweiterung des Parodontalspalts, scheinbar schwebende Zähne, Spiculae (Sonnenstrahlen-Periostreaktion), Kortikalisdestruktion und klinisch Parästhesien. Solche Befunde erfordern eine dringliche Überweisung zur Biopsie.
- How an X-ray image is made: the tube, the beam and what the exposure settings do – Every radiographic question in a licensing exam rests on a small amount of physics. If you understand how X-rays are produced, how they interact with tissue and what each knob on the machine changes, you can reason your way to the answer instead of memorising lists. This chapter builds that foundation.
- Radiation biology, radiation protection and choosing which radiographs to take – Dental radiographs carry small doses, but they are among the most frequent medical exposures in the population. Gulf regulators, like European and North American ones, therefore expect every dentist to justify each exposure, to keep the dose low and to protect staff. This chapter explains the biology behind those rules and the selection criteria you must apply.
- Intraoral radiography: techniques, receptors, processing and error analysis – Intraoral radiographs (periapical, bitewing and occlusal) give the sharpest images of teeth and alveolar bone. A large share of exam questions show a faulty image and ask for the cause. If you know how each technique is meant to work, the errors explain themselves.
- Panoramic radiography and CBCT: how they work, positioning errors and artefacts – Panoramic radiography and cone beam computed tomography (CBCT) are extraoral techniques that show far more than an intraoral image, but each has its own geometry, its own artefacts and clear indications. Understanding the geometry makes the errors predictable.
- Reading radiographs: normal anatomy, a systematic approach and periapical findings – Many apparent 'lesions' on dental radiographs are normal anatomy, and many real lesions are missed because the reader looked only at the tooth in question. A fixed reading routine and solid anatomical knowledge prevent both mistakes.
- Cysts, tumours and warning signs: interpreting jaw lesions – When a radiolucent or mixed lesion is found in the jaw, the exam usually expects two things: a likely diagnosis from the radiographic pattern and the right next step. Benign lesions tend to grow slowly and push structures aside; malignant lesions grow fast and destroy them. The border is the single most useful feature.
11. Zahnärztliche Pharmakologie · 4 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Bei akuten Zahnschmerzen von Erwachsenen ist ein NSAR Mittel der ersten Wahl, am besten Ibuprofen 400 mg kombiniert mit Paracetamol 1000 mg alle 6 Stunden. Opioide bringen kaum zusätzliche Analgesie, aber mehr Nebenwirkungen; setzen Sie sie nur ein, wenn NSAR und Paracetamol kontraindiziert oder unzureichend sind. Die Tageshöchstdosis von Paracetamol beträgt 4 g, reduziert bei niedrigem Körpergewicht (<50 kg), Leberschäden oder chronischem Alkoholkonsum.
- Vermeiden Sie NSAR oder setzen Sie sie nur sehr vorsichtig ein bei NSAR-exazerbierter Atemwegserkrankung, aktivem Ulkus, Niereninsuffizienz, Antikoagulation und ab der 20. Schwangerschaftswoche. Wichtige Wechselwirkungen: Lithium und Methotrexat (verminderte renale Ausscheidung, Toxizität) sowie ACE-Hemmer oder Sartane plus Diuretika (akutes Nierenversagen).
- Codein und Tramadol hängen von CYP2D6 ab. Codein ist bei Kindern unter 12 Jahren und bei stillenden Müttern kontraindiziert, weil ultraschnelle Metabolisierer gefährliche Morphinspiegel bilden. Tramadol kann zusammen mit SSRI, SNRI oder MAO-Hemmern ein Serotoninsyndrom auslösen und senkt die Krampfschwelle.
- Antibiotic Stewardship (ADA 2019): Bei symptomatischer irreversibler Pulpitis, symptomatischer apikaler Parodontitis oder lokalisiertem akutem apikalem Abszess ohne systemische Zeichen sind keine Antibiotika indiziert; behandeln Sie die Ursache (Pulpektomie, Inzision, Extraktion). Bei Fieber, Krankheitsgefühl, Lymphadenopathie, Kieferklemme, Ausbreitung oder Immunsuppression ergänzen Sie Amoxicillin 500 mg dreimal täglich (oder Phenoxymethylpenicillin 500 mg viermal täglich) für 3 bis 7 Tage und kontrollieren nach 2 bis 3 Tagen.
- Bei Penicillinallergie kommt Cefalexin nur ohne Anamnese von Anaphylaxie, Angioödem oder Urtikaria in Frage; sonst wählen Sie Azithromycin (oder Clindamycin mit hohem Risiko einer Clostridioides-difficile-Kolitis). Versagt Amoxicillin trotz Drainage, ergänzen Sie Metronidazol oder wechseln Sie auf Amoxicillin-Clavulansäure. Metronidazol verstärkt Warfarin und darf nicht mit Alkohol kombiniert werden.
- Eine Endokarditisprophylaxe (AHA 2021, ESC 2023) erhalten nur Hochrisikopatienten (Klappenprothesen einschließlich Transkatheterklappen, Material zur Klappenrekonstruktion, frühere Endokarditis, bestimmte angeborene Herzfehler; die ESC ergänzt Herzunterstützungssysteme) bei Eingriffen an der Gingiva, im periapikalen Bereich oder mit Perforation der Schleimhaut. Geben Sie Amoxicillin 2 g oral 30 bis 60 Minuten vorher (Kinder 50 mg/kg), bei Penicillinallergie Azithromycin oder Clarithromycin 500 mg oder Doxycyclin 100 mg. Clindamycin wird nicht mehr empfohlen; NICE CG64 empfiehlt keine routinemäßige Prophylaxe.
- Warfarin (SDCEP 2022): Bestimmen Sie die INR möglichst innerhalb von 24 Stunden vor der Behandlung (bei stabiler Einstellung bis 72 Stunden); liegt sie unter 4, behandeln Sie ohne Unterbrechung mit lokalen Blutstillungsmaßnahmen. DOAK: Bei Eingriffen mit geringem Risiko keine Änderung; bei höherem Risiko lässt der Patient die Morgendosis von Apixaban oder Dabigatran aus bzw. verschiebt Rivaroxaban oder Edoxaban und nimmt die nächste Dosis frühestens 4 Stunden nach Blutstillung. Thrombozytenaggregationshemmer, auch die duale Therapie, werden nicht abgesetzt.
- Wichtige Wechselwirkungen: CYP3A4-Hemmer (Clarithromycin, Erythromycin, Azol-Antimykotika) erhöhen die Spiegel von Simvastatin (Myopathie, Rhabdomyolyse) und Midazolam (verlängerte Sedierung). Miconazol-Mundgel, Fluconazol und Metronidazol erhöhen unter Warfarin die INR; Nystatin wird nicht resorbiert und ist das sichere Antimykotikum.
- Medikamentös bedingte Gingivahyperplasie entsteht durch Phenytoin, Ciclosporin und Calciumkanalblocker (Nifedipin, Amlodipin) und wird durch Plaque verstärkt. Xerostomie verursachen vor allem Arzneimittel mit antimuskarinerger Wirkung (trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika, Antipsychotika, Spasmolytika der Blase) sowie Diuretika; sie erhöht das Risiko für Wurzelkaries und Candidose.
- MRONJ (AAOMS 2022) ist freiliegender oder über eine Fistel sondierbarer Knochen im Kieferbereich, der länger als 8 Wochen besteht, bei laufender oder früherer antiresorptiver oder antiangiogener Therapie und ohne Bestrahlung oder Metastasen im Kiefer. Das Risiko ist bei hochdosierten intravenösen Schemata in der Onkologie weit höher als bei oralen Bisphosphonaten gegen Osteoporose; vermeiden Sie bei Tumorpatienten Extraktionen möglichst (Wurzelkanalbehandlung und Dekoronation). Medikamentenpausen sind nicht evidenzbasiert, und Denosumab darf wegen Rebound-Wirbelfrakturen nicht ohne den Verordner abgesetzt werden.
- In der Schwangerschaft ist Paracetamol das Analgetikum der Wahl; vermeiden Sie NSAR ab der 20. Woche (Oligohydramnion, fetale Nierenfunktionsstörung) und besonders im dritten Trimenon (vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus). Penicilline und Cephalosporine sind bevorzugte Antibiotika, Tetracycline werden vermieden (Zahnverfärbung). In der Stillzeit sind Ibuprofen und Paracetamol vereinbar, Codein ist kontraindiziert.
- Die Lachgassedierung wird mit mindestens 30 % Sauerstoff titriert und mit 3 bis 5 Minuten 100 % Sauerstoff beendet, um eine Diffusionshypoxie zu verhindern; bei geschlossenen Gasräumen wie Pneumothorax oder intraokularer Gasblase ist sie kontraindiziert. Intravenöses Midazolam wird in kleinen Schritten unter Pulsoxymetrie titriert; eine Übersedierung heben Sie mit Flumazenil 200 Mikrogramm i.v., danach 100 Mikrogramm pro Minute auf, und überwachen Sie den Patienten, weil eine Resedierung möglich ist.
- Analgesics for dental pain: NSAIDs, paracetamol and opioids – Most dental pain is inflammatory pain. Damaged pulp, periapical tissue or a fresh extraction socket releases prostaglandins, which sensitise nerve endings. This explains why drugs that block prostaglandin synthesis work so well after dental surgery, and why the most important rule for dental pain is simple: treat the cause (extirpate the pulp, drain the abscess, remove the tooth) and use analgesics to bridge the time until the inflammation settles.
- Local anaesthetics and vasoconstrictors – Local anaesthetics are the drugs a dentist gives most often, so their pharmacology, dosing and toxicity are core knowledge. They block voltage-gated sodium channels from inside the nerve membrane. Without sodium influx, the action potential cannot spread and the impulse is not conducted. Small, unmyelinated pain fibres are blocked first and recover last, which is why pain disappears before pressure and motor function.
- Antimicrobials: antibiotics, antifungals, antivirals and antiseptics – Antibiotic stewardship means using antibiotics only when they change the outcome. In dentistry this matters because dentists write about one in ten community antibiotic prescriptions, and many of these are not needed. The central idea is that most dental infections are localised in a space that antibiotics cannot reach well: a necrotic pulp has no blood supply, and pus in an abscess is poorly penetrated. The cure is source control, meaning removal of the infected pulp, drainage of pus or extraction of the tooth.
- Endocarditis prophylaxis, prosthetic joints, anticoagulants and antiplatelets – Many dental patients take drugs or have devices that affect what the dentist does. Three questions come up again and again: does this patient need antibiotic prophylaxis, does this patient need to stop an anticoagulant or antiplatelet drug, and how do I control bleeding? The answers have become simpler over the last two decades, and modern guidelines generally favour fewer antibiotics and no interruption of antithrombotic drugs.
- Drug interactions, oral adverse effects, MRONJ, pregnancy and breastfeeding – Dentists prescribe few drugs, but their patients often take many. Most dangerous interactions in dentistry involve a small number of mechanisms, and it is worth understanding them rather than memorising lists. The most important is inhibition of the liver enzymes CYP3A4 and CYP2C9, which raises the blood level of another drug.
- Conscious sedation: nitrous oxide and benzodiazepines – Conscious sedation is a drug-induced depression of the central nervous system that allows treatment to be carried out while verbal contact with the patient is maintained throughout. The patient remains able to respond to commands and to protect the airway. The margin of safety must be wide enough to make unintended loss of consciousness unlikely. In dentistry the two standard techniques are inhalation sedation with nitrous oxide and oxygen, and intravenous sedation with midazolam. Oral or intranasal midazolam is used in selected patients.
12. Medizinische Notfälle in der Zahnarztpraxis · 2 % Anteil in der Prüfung · 5 lessons+
- Die meisten Notfälle verhindern Sie durch eine aktuelle Anamnese, die ASA-Einstufung und Ausgangswerte der Vitalparameter. Die vasovagale Synkope ist der häufigste Notfall in der Zahnarztpraxis: Lagern Sie den Patienten flach mit angehobenen Beinen. Eine Schwangere ab etwa der 20. Woche, die in Rückenlage hypotensiv wird, drehen Sie auf die linke Seite, um die aortokavale Kompression aufzuheben.
- Beurteilen Sie jeden kollabierten Patienten nach ABCDE, rufen Sie früh Hilfe und geben Sie bei Bedarf Sauerstoff mit hohem Fluss (15 l/min über Reservoirmaske). Der zahnärztliche Notfallkoffer enthält Adrenalin (Epinephrin) 1 mg/ml zur intramuskulären Gabe, Acetylsalicylsäure 300 mg löslich, Glukagon 1 mg, orale Glukose, Glyceroltrinitrat-Spray 400 Mikrogramm pro Hub, Midazolam zur bukkalen Anwendung, Salbutamol-Dosieraerosol 100 Mikrogramm pro Hub, Sauerstoff für mindestens 30 Minuten bei 15 l/min und einen AED.
- Anaphylaxie: Geben Sie Adrenalin (Epinephrin) 1 mg/ml intramuskulär in den anterolateralen Oberschenkel: 500 Mikrogramm für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre, 300 Mikrogramm mit 6 bis 12 Jahren und 150 Mikrogramm von 6 Monaten bis 6 Jahren. Wiederholen Sie nach 5 Minuten, wenn keine Besserung eintritt; besteht die Reaktion nach zwei Dosen fort, liegt eine refraktäre Anaphylaxie vor, die eine Adrenalininfusion durch Erfahrene erfordert. Antihistaminika und Kortikosteroide gehören nicht zur Erstbehandlung.
- Akuter Asthmaanfall: Geben Sie Salbutamol über einen Spacer, wiederholt bis zu 10 Hübe, lagern Sie den Patienten sitzend und geben Sie Sauerstoff mit Ziel-SpO2 94 bis 98 %. Schwere Zeichen sind Atemfrequenz ab 25/min, Puls ab 110/min und Unfähigkeit, Sätze zu beenden; lebensbedrohliche Zeichen sind SpO2 unter 92 %, stille Lunge, Zyanose, Erschöpfung, Verwirrtheit oder Hypotonie und erfordern sofort den Rettungsdienst.
- Eine Hypoglykämie liegt bei Glukose unter 4,0 mmol/l (72 mg/dl) vor (britische Praxis; ADA-Stufe 1: unter 3,9 mmol/l bzw. 70 mg/dl). Ist der Patient wach und kann schlucken, geben Sie 15 bis 20 g schnell wirksame Glukose, kontrollieren nach 10 bis 15 Minuten und geben danach langsam resorbierbare Kohlenhydrate. Ist er bewusstlos, geben Sie Glukagon 1 mg intramuskulär (500 Mikrogramm bei Kindern unter 25 kg) und lagern ihn in stabiler Seitenlage; geben Sie einem Bewusstlosen nie Glukose oral.
- Angina pectoris behandeln Sie mit Glyceroltrinitrat 400 Mikrogramm sublingual, nach 5 Minuten wiederholt. Hält der Schmerz trotz zwei Dosen an oder treten Schwitzen, Übelkeit oder Atemnot hinzu, gehen Sie von einem akuten Koronarsyndrom aus: Rettungsdienst alarmieren und 300 mg Acetylsalicylsäure kauen lassen; Sauerstoff nur bei Hypoxämie. Glyceroltrinitrat geben Sie nicht bei systolischem Druck unter 90 mmHg oder nach Sildenafil bzw. Vardenafil in den letzten 24 Stunden oder Tadalafil in den letzten 48 Stunden.
- Einen Herzstillstand erkennen Sie an fehlender Reaktion und fehlender oder nicht normaler (Schnapp-)Atmung. Wählen Sie den Notruf, lassen Sie den AED holen und beginnen Sie Thoraxkompressionen mit 100 bis 120 pro Minute, 5 bis 6 cm tief, im Verhältnis 30:2, mit möglichst kurzen Pausen. Nach einem Schock setzen Sie die Kompressionen sofort für 2 Minuten fort; bei Kindern unter 8 Jahren verwenden Sie Kinderelektroden oder einen Dämpfer, sonst den normalen AED.
- Schützen Sie den Patienten während eines tonisch-klonischen Anfalls vor Verletzungen, halten Sie ihn nicht fest, stecken Sie nichts in den Mund und messen Sie die Dauer. Hält der Anfall 5 Minuten oder länger an, geben Sie bei Erwachsenen Midazolam 10 mg bukkal (Kinder altersabhängig 2,5 bis 10 mg) und alarmieren den Rettungsdienst; danach stabile Seitenlage und Blutzuckerkontrolle.
- Eine Nebennierenkrise droht Patienten mit Nebenniereninsuffizienz oder langfristiger Glukokortikoidtherapie, besonders bei ausgelassenen Dosen, Krankheit oder Stress. Sie zeigt sich mit Hypotonie, die auf Flachlagerung nicht anspricht, Verwirrtheit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Geben Sie Hydrocortison 100 mg intramuskulär oder intravenös, lagern Sie flach und alarmieren Sie den Rettungsdienst.
- Ersticken: Fordern Sie zu effektivem Husten auf. Wird der Husten bei einem wachen Erwachsenen oder Kind ineffektiv, geben Sie bis zu 5 Rückenschläge, dann bis zu 5 Oberbauchkompressionen im Wechsel (ERC 2025; die AHA hat 2025 dieselbe Abfolge übernommen); bei Säuglingen Rückenschläge und Thoraxkompressionen. Wird der Patient bewusstlos, beginnen Sie mit der Reanimation. Ein möglicherweise aspiriertes, nicht auffindbares Instrument erfordert eine Röntgenaufnahme des Thorax; häufigster Ort ist der rechte Hauptbronchus.
- Die systemische Lokalanästhetika-Toxizität beginnt mit perioralem Kribbeln, Tinnitus, Metallgeschmack, Benommenheit und verwaschener Sprache, gefolgt von Muskelzuckungen, Krampfanfällen, Koma und Kreislaufversagen. Beenden Sie die Injektion, rufen Sie Hilfe, geben Sie Sauerstoff, behandeln Sie Krampfanfälle mit einem Benzodiazepin und reanimieren Sie bei Bedarf; 20%ige Lipidemulsion i.v. ist die spezifische Therapie der kardiovaskulären Toxizität.
- Denken Sie an einen Schlaganfall bei plötzlich hängendem Mundwinkel, Armschwäche oder Sprachstörung (FAST): sofort Rettungsdienst, Zeitpunkt des Beginns notieren, Hypoglykämie ausschließen und nichts oral geben, auch kein Aspirin. Hyperventilation aus Angst verursacht über eine respiratorische Alkalose periorales und digitales Kribbeln sowie Pfötchenstellung; beruhigen Sie und leiten Sie zu langsamem Atmen an. Verschieben Sie elektive Behandlungen bei einem Blutdruck ab 180/110 mmHg.
- Prevention, preparedness and the collapsed patient – Medical emergencies in the dental office are uncommon for an individual dentist, but over a working life almost every dentist will face several. Most are preventable or at least predictable. The three tools of prevention are a medical history that is updated at every course of treatment, a risk classification such as the ASA physical status, and baseline vital signs. Together they tell you who is at risk, which emergency is likely, and whether elective treatment should be delayed.
- Anaphylaxis and acute asthma – Anaphylaxis is a severe, life-threatening systemic hypersensitivity reaction. Mast cells and basophils release histamine, tryptase and leukotrienes, which cause widespread vasodilatation, capillary leak, bronchospasm and mucosal swelling. In the dental office the usual triggers are antibiotics (penicillins), chlorhexidine, latex (gloves, rubber dam), NSAIDs and, rarely, local anaesthetic components such as metabisulfite. Chlorhexidine has caused anaphylaxis from mouthwash, gel and impregnated devices; patients who report any reaction to it should avoid it entirely.
- Chest pain, acute coronary syndrome and stroke – Chest pain in the dental chair is usually caused by myocardial ischaemia: the heart muscle needs more oxygen than the narrowed coronary arteries can deliver. Anxiety, pain, climbing stairs and epinephrine all raise heart rate and blood pressure and therefore oxygen demand. The key question is whether the pain is stable angina, which settles with rest and nitrate, or an acute coronary syndrome (ACS), in which a ruptured plaque and thrombus cause unstable angina or myocardial infarction.
- Cardiac arrest, basic life support, the AED, choking and aspiration – Cardiac arrest means that the heart stops pumping effectively. In adults the most common initial rhythm in sudden collapse is ventricular fibrillation, a chaotic electrical activity that can be reversed by an electric shock. Every minute without CPR and defibrillation reduces the chance of survival substantially. Good-quality chest compressions keep some blood flowing to the brain and heart, and early defibrillation restores a normal rhythm. This is why every dental practice needs an AED and staff trained to use it.
- Hypoglycaemia, seizures, adrenal crisis, local anaesthetic toxicity and hyperventilation – This chapter covers emergencies that change consciousness or behaviour without a primary heart or lung problem. Several of them look alike at first: a confused, sweaty, shaking patient may be hypoglycaemic, toxic from local anaesthetic, having a seizure or simply hyperventilating from anxiety. A capillary glucose measurement and a careful look at the timeline usually separate them.
13. Kinderzahnheilkunde · 8 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Das Milchgebiss beginnt meist mit den unteren mittleren Schneidezähnen mit etwa 6–10 Monaten; die ersten Milchmolaren (etwa 13–19 Monate) brechen vor den Milcheckzähnen (etwa 16–23 Monate) durch. Im bleibenden Gebiss erscheinen erste Molaren und untere mittlere Schneidezähne mit etwa 6–7 Jahren; der untere Eckzahn bricht meist vor den Prämolaren, der obere nach ihnen durch.
- Milchmolaren haben dünnen Schmelz (etwa 1 mm), relativ große Pulpen mit hohen mesialen, besonders mesiobukkalen Pulpahörnern, eine ausgeprägte zervikale Einschnürung und weit gespreizte Wurzeln. Die Schmelzprismen im zervikalen Drittel verlaufen nach okklusal, daher ist am Kastenboden keine gingivale Anschrägung nötig.
- Grundlage ist die einfache Verhaltensführung (Tell-Show-Do, Stimmkontrolle, positive Verstärkung, Ablenkung, Anwesenheit der Eltern); fortgeschrittene Verfahren sind Fixierung (protective stabilisation), Sedierung und Allgemeinanästhesie. Die Fixierung erfordert vorab eine dokumentierte Einwilligung der Eltern, die am wenigsten einschränkende sichere Methode und laufende Überwachung; sie ist nie aus Bequemlichkeit oder für nicht dringliche Gebisssanierungen zulässig.
- Lachgas/Sauerstoff sollte routinemäßig 50 % Lachgas nicht überschreiten, das Gerät darf nie weniger als 30 % Sauerstoff abgeben, und nach Ende der Lachgaszufuhr werden mindestens 5 Minuten 100 % Sauerstoff gegeben, um eine Diffusionshypoxie zu verhindern. Kontraindikationen sind u. a. behinderte Nasenatmung, akute Otitis media, COPD, erstes Schwangerschaftsdrittel, Bleomycin-Therapie und unbehandelter Vitamin-B12-Mangel.
- Frühkindliche Karies (ECC) ist jede kariöse (kavitierte oder nicht kavitierte), kariesbedingt fehlende oder gefüllte Fläche eines Milchzahns bei Kindern unter 6 Jahren. Schwere ECC liegt vor bei jeder Glattflächenkaries unter 3 Jahren oder zwischen 3 und 5 Jahren bei einer kavitierten, fehlenden oder gefüllten Glattfläche an oberen Milchfrontzähnen bzw. einem dmfs von mindestens 4 (3 Jahre), 5 (4 Jahre) oder 6 (5 Jahre).
- Fluorid: 5%iger NaF-Lack enthält 22.600 ppm F und ist unter 6 Jahren das einzige empfohlene professionelle Fluoridpräparat; Kinder mit hohem Risiko erhalten ihn mindestens halbjährlich, oft vierteljährlich. Zahnpasta: unter 3 Jahren ein Hauch (Reiskorngröße), von 3 bis 6 Jahren erbsengroß. Fluoridtabletten kommen nur bei hohem Kariesrisiko und Trinkwasser unter 0,6 ppm F in Betracht. Die wahrscheinlich toxische Dosis beträgt 5 mg F/kg; etwa 15 mg F/kg können für ein Kleinkind tödlich sein.
- Pulpatherapie im Milchgebiss: Bei tiefer Karies ohne Zeichen einer irreversiblen Pulpitis ist die indirekte Überkappung (IPT) zu bevorzugen; sie ist langfristig erfolgreicher als die Pulpotomie. Für die Pulpotomie sind MTA bzw. andere Kalziumsilikatzemente erste Wahl, Kalziumhydroxid wird nicht empfohlen. Eine nach einigen Minuten nicht stillbare Blutung spricht für eine irreversible Entzündung und erfordert eine Pulpektomie mit resorbierbarer Füllung (nicht verstärktes ZOE oder Jodoformpaste) oder die Extraktion.
- Konfektionierte Stahlkronen sind bei mehrflächiger Karies an Milchmolaren, nach Pulpatherapie und bei Kindern mit hohem Risiko unter Allgemeinanästhesie die Versorgung der Wahl. Bei der Hall-Technik wird die Krone ohne Anästhesie, Kariesentfernung oder Präparation mit Glasionomerzement auf den kariösen Zahn zementiert, bei engen Kontakten nach vorheriger Separation; Zeichen einer irreversiblen Pulpitis oder periradikulärer Pathologie sind Kontraindikationen.
- Lückenhalter: Band-Schlaufe bei einseitigem Verlust eines ersten Milchmolaren; Distal-Shoe, wenn ein zweiter Milchmolar vor dem Durchbruch des ersten bleibenden Molaren verloren geht; unterer Lingualbogen bei beidseitigem Verlust im Unterkiefer nach Durchbruch der bleibenden Schneidezähne; Nance-Apparatur oder Transpalatinalbogen bei beidseitigem Verlust im Oberkiefer.
- IADT 2020: Avulsierte Milchzähne werden nie replantiert, intrudierte Milchzähne dürfen unabhängig von der Verlagerungsrichtung spontan reeruptieren. Avulsierte bleibende Zähne werden replantiert, 2 Wochen flexibel geschient und mit Amoxicillin oder Penicillin abgedeckt (Tetrazykline unter 12 Jahren in der Regel nicht). Unreife intrudierte bleibende Zähne dürfen unabhängig vom Ausmaß spontan reeruptieren; komplizierte Kronenfrakturen unreifer Zähne werden mit partieller Pulpotomie behandelt.
- Kindesmisshandlung: Verletzungen an Kopf, Gesicht und Mund sind bei körperlicher Misshandlung häufig. Ein eingerissenes Lippenbändchen bei einem noch nicht mobilen Säugling, Hämatome unterschiedlichen Alters, Verletzungen, die nicht zur Anamnese oder zum Entwicklungsstand passen, und Bissspuren mit einem Eckzahnabstand über 3 cm (Erwachsenenbiss) sind zu dokumentieren und der zuständigen Kinderschutzstelle zu melden.
- Lokalanästhesie bei Kindern: Höchstdosis Lidocain 4,4 mg/kg (AAPD; eine 1,8-ml-Karpule 2 % enthält 36 mg), Articain 7 mg/kg und nicht unter 4 Jahren, Bupivacain nicht unter 12 Jahren. Bei Säuglingen unter 6 Monaten die Amiddosis um 30 % senken, bei zusätzlichen zentral dämpfenden Medikamenten die Höchstdosis ebenfalls reduzieren.
- Growth, eruption and the special anatomy of primary teeth – Paediatric dentistry starts with knowing what is normal for a given age. Parents rarely ask about pulp horns; they ask why a tooth has not come yet, why the new incisors are crooked, or whether the tooth their newborn was born with is dangerous. To answer calmly you need three things: the eruption sequence, the timing of mineralisation, and the ways in which primary teeth differ from permanent teeth. The differences in anatomy then explain almost every rule of restorative and pulp treatment in children.
- Behaviour guidance, sedation and local anaesthesia in children – A technically perfect restoration is worthless if the child leaves with dental fear. Behaviour guidance is the set of methods that helps a child accept care and builds a positive attitude to oral health. The AAPD describes it as a continuum: basic techniques used for every child, and advanced techniques for children who cannot cooperate. The choice depends on the child's age and development, the urgency of treatment, the parent's informed preferences and the dentist's training.
- Early childhood caries, risk assessment and prevention with fluoride and sealants – Caries in young children is common, painful and expensive, and it predicts caries in the permanent dentition. The good news is that it is largely preventable. This chapter explains how the disease is defined, how risk is judged, and which preventive tools are used at which age and dose.
- Restoring primary teeth and treating the primary pulp – Primary teeth matter: they hold space for the successors, allow chewing and speech, and an infected primary molar can damage the developing premolar. The aim of treatment is a pain-free, infection-free tooth that lasts until normal exfoliation. Because primary molars have thin enamel, large pulps and a narrow cervical region, durable restorations and careful pulp diagnosis are central.
- Space maintenance and dental trauma in children (IADT 2020) – Early loss of a primary tooth, from caries or injury, can allow neighbouring teeth to drift into the gap and block the successor. Space maintainers prevent this. Dental injuries are common in children, peaking at 2 to 3 years when toddlers learn to walk and at 8 to 12 years with sport and play. The International Association of Dental Traumatology (IADT) published updated guidelines in 2020, and the rules differ fundamentally between primary and permanent teeth.
- Child protection and children with medical or special needs – Dentists see children regularly and look at the face and mouth, where many abusive injuries occur. This gives the dental team a real role in child protection. At the same time, children with medical conditions or disabilities need adapted care. This chapter covers how to recognise and act on suspected abuse and neglect, and the medical conditions most often tested.
14. Kieferorthopädie · 6 % Anteil in der Prüfung · 5 lessons+
- Wachstumsorte: Die Schädelbasis wächst an den Synchondrosen (primärer Knorpel), die Maxilla durch suturales Wachstum und Oberflächenumbau bei gleichzeitiger Verlagerung nach vorn unten, die Mandibula vor allem am Kondylus und am hinteren Ramus. Der Kondylenknorpel ist sekundärer Knorpel mit überwiegend adaptivem Wachstum und kein primäres Wachstumszentrum.
- Zeitpunkt: Nach Scammon ist das neurale Gewebe mit etwa 6–7 Jahren nahezu ausgewachsen, das allgemeine Körperwachstum hat einen pubertären Schub, der bei Mädchen etwa 2 Jahre früher einsetzt als bei Jungen. Das Gesichtswachstum endet in der Reihenfolge Breite, Länge, Höhe, das vertikale Wachstum dauert also am längsten. Das Maximum des Unterkieferwachstums liegt zwischen den Halswirbel-Reifestadien CS3 und CS4 und ist das beste Fenster für funktionskieferorthopädische Geräte.
- Die Angle-Klassifikation bewertet die Lage des mesiobukkalen Höckers des oberen ersten Molaren zur bukkalen Furche des unteren ersten Molaren. Die British-Standards-Inzisalklassifikation bewertet die untere Schneidekante relativ zum Cingulum-Plateau der oberen mittleren Schneidezähne: Klasse II/1 mit protrudierten oder durchschnittlich geneigten oberen Schneidezähnen und vergrößertem Overjet, Klasse II/2 mit retrudierten oberen Einsern, Klasse III einschließlich Kopfbiss und umgekehrtem Overjet.
- Kephalometrie: SNA etwa 81–82°, SNB etwa 78–80°, ANB etwa 2–3°; ANB über etwa 4° spricht für eine skelettale Klasse II, unter 0° für eine skelettale Klasse III. Der ANB hängt von der Lage des Nasion und der Kieferrotation ab, daher dient die Wits-Analyse (AO–BO auf der funktionellen Okklusionsebene) als Kontrolle. FMA (etwa 25°) bzw. MMPA (etwa 27°) beschreiben den vertikalen Typ; hohe Werte bedeuten langes Untergesicht und Neigung zum offenen Biss.
- IOTN: Die Dental Health Component wird nach dem schwersten Einzelbefund von 1 bis 5 eingestuft, der in der Reihenfolge MOCDO gesucht wird (Missing teeth, Overjet, Crossbite, Displacement, Overbite). Grad 5 umfasst u. a. Overjet über 9 mm, behinderten Durchbruch, ausgeprägte Hypodontie, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und umgekehrten Overjet über 3,5 mm mit funktionellen Problemen; Grad 4 u. a. Overjet über 6 bis 9 mm und Kreuzbiss mit Zwangsführung über 2 mm. Die Aesthetic Component ist eine fotografische 10-Punkte-Skala.
- Daumen- oder Fingerlutschen über mehrere Stunden täglich führt typischerweise zu einem asymmetrischen frontal offenen Biss, protrudierten oberen und retrudierten unteren Schneidezähnen, vergrößertem Overjet und schmalem Oberkiefer mit seitlichem Kreuzbiss, oft mit Zwangsführung. Eltern sollten früh angeleitet werden, das Lutschen idealerweise bis etwa zum 3. Lebensjahr abzugewöhnen.
- Interzeptive Kieferorthopädie: Kreuzbisse mit Zwangsführung werden früh korrigiert (beidseitige Oberkiefererweiterung bei seitlichem, herausnehmbares Gerät mit Z-Feder bei einzelnem frontalem Kreuzbiss und ausreichendem Overbite). Die Extraktionstherapie nach Dewel (Milcheckzähne, dann erste Milchmolaren, dann erste Prämolaren) ist skelettalen Klasse-I-Fällen mit starkem Engstand, normalem Overbite und vollständiger Zahnanlage vorbehalten.
- Wechselgebiss: Primatenlücken liegen mesial der oberen und distal der unteren Milcheckzähne. Eine gerade Postlaktealebene kann über den Leeway-Space, der im Unterkiefer größer ist als im Oberkiefer, in eine Klasse I übergehen; eine distale Stufe führt zur Klasse II. Nach Tanaka–Johnston beträgt die Breite von Eckzahn und Prämolaren je Quadrant die halbe Summe der vier unteren Schneidezähne plus 10,5 mm (Unterkiefer) bzw. 11,0 mm (Oberkiefer).
- Geräte: Herausnehmbare Geräte kippen Zähne (Adams-Klammer 0,7 mm, Federn 0,5 mm Edelstahl, etwa 25–40 g je Zahn). Funktionskieferorthopädische Geräte wie der Twin Block verringern den Overjet überwiegend dentoalveolär mit kleinerem skelettalem Anteil und wirken am besten im pubertären Wachstumsschub. Festsitzende vorprogrammierte Edgewise-Apparaturen beginnen mit superelastischen Nickel-Titan-Bögen und schließen Lücken mit Edelstahlbögen.
- Zahnbewegung: Leichte kontinuierliche Kräfte bewirken direkte (frontale) Resorption auf der Druckseite und Apposition auf der Zugseite; starke Kräfte führen zu Hyalinisierung und langsamer unterminierender Resorption. Optimale Kräfte (Proffit) reichen von 10–20 g für Intrusion bis 70–120 g für körperliche Bewegung. Kieferorthopädisch bedingte Wurzelresorptionen betreffen am häufigsten obere Schneidezähne und hängen mit langer Behandlungsdauer, hohen Kräften, Intrusion, früherem Trauma und abweichender Wurzelform zusammen.
- Verankerung ist der Widerstand gegen unerwünschte Zahnbewegung; sie lässt sich intraoral (mehr Zähne, Transpalatinalbogen, Nance), extraoral (Headgear mit mindestens zwei Sicherheitsmechanismen) oder mit temporären Verankerungsschrauben verstärken, die ohne Mitarbeit skelettal verankern. Rezidive entstehen durch parodontale und suprakrestale Fasern, Weichgewebe und Wachstum; bei Rotationen hilft die suprakrestale Fibrotomie, der untere Interkaninenabstand sollte nicht erweitert werden, eine Langzeitretention ist zu empfehlen.
- Verlagerte obere Eckzähne liegen meist palatinal: ab etwa 9–10 Jahren die Eckzahnwölbung tasten, mit Parallaxe (same lingual, opposite buccal) oder DVT lokalisieren und bei fehlendem Engstand den Milcheckzahn mit etwa 10–13 Jahren extrahieren. Spaltversorgung: Lippenverschluss mit etwa 3–6 Monaten, Gaumenverschluss mit 6–12 Monaten, Kieferspaltosteoplastik mit etwa 8–11 Jahren vor dem Eckzahndurchbruch, Dysgnathiechirurgie nach Wachstumsende; der seitliche Schneidezahn auf der Spaltseite fehlt häufig.
- Craniofacial growth: where, how and when the face grows – Orthodontics in children is largely the art of using growth. A Class II malocclusion treated during the pubertal growth spurt behaves very differently from the same malocclusion in an adult. To plan treatment you need to know where the bones of the face grow, by which mechanism, and at what time. This chapter builds that foundation.
- Development of the occlusion and the mixed dentition – Between about 6 and 12 years, children pass through the mixed dentition, when primary and permanent teeth are present together. Many features that look abnormal to parents are normal stages. Knowing them prevents unnecessary treatment and helps you recognise the real problems early.
- Diagnosis: classification, cephalometrics and treatment need (IOTN) – Orthodontic diagnosis answers three questions: what is the malocclusion, where does it come from (teeth, jaws or both), and how much does it matter to the patient's health and appearance. Classifications describe the occlusion, cephalometrics locates the problem in the skeleton, and indices such as IOTN grade the need for treatment.
- Interceptive orthodontics: habits, crossbites, crowding, canines, clefts and early Class III – Interceptive orthodontics means treatment in the developing dentition that eliminates or reduces a problem before it becomes severe. Good interception is simple, short and clearly beneficial. Poor interception is long early treatment that would have been the same or easier later. The conditions below are the classic indications.
- Tooth movement, appliances, anchorage, risks and retention – Orthodontic appliances apply forces to teeth; the periodontal ligament (PDL) and bone translate those forces into movement. Understanding the biology explains why light forces work better, why some movements need more force than others, why anchorage is needed, and why teeth try to return after treatment.
15. Hygiene & Arbeitsschutz · 4 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Standardhygienemaßnahmen gelten für jede Patientin und jeden Patienten, unabhängig von einer bekannten Infektion: Händehygiene, persönliche Schutzausrüstung, Husten- und Niesetikette, sicherer Umgang mit spitzen und scharfen Instrumenten, sichere Injektionspraxis, sterile Instrumente sowie gereinigte und desinfizierte Flächen. Übertragungsbasierte Maßnahmen (Kontakt, Tröpfchen, aerogen) kommen nur bei vermuteten oder bekannten Erregern hinzu. Eine bekannte blutübertragbare Infektion wie HIV oder Hepatitis C rechtfertigt weder Zusatzmaßnahmen noch Terminverschiebung oder Ablehnung.
- Verdacht auf offene Tuberkulose (Husten über 3 Wochen, Nachtschweiß, Gewichtsverlust): Elektive Behandlungen verschieben Sie, bis keine Ansteckungsfähigkeit mehr besteht, und veranlassen eine ärztliche Abklärung. Dringende Behandlungen erfolgen in einem Isolierraum mit Unterdruck und mit dicht sitzendem N95-/FFP2-Atemschutz. Chirurgische Masken schützen nicht vor Tröpfchenkernen.
- Spaulding-Klassifikation: Kritische Medizinprodukte durchdringen Weichgewebe oder Knochen und müssen sterilisiert werden. Semikritische Produkte berühren Schleimhaut; hitzebeständige werden thermisch sterilisiert, hitzeempfindliche mindestens hochwirksam desinfiziert. Hand- und Winkelstücke werden immer thermisch sterilisiert. Unkritische Produkte berühren nur intakte Haut und benötigen eine Desinfektion niedriger Wirkstufe, bei sichtbarer Blutkontamination eine mittlere (tuberkulozide) Wirkstufe.
- Sterilisationsparameter: Dampf im Gravitationsverfahren 121 °C für 30 min (verpackt), Dampf mit fraktioniertem Vorvakuum 132 °C für 4 min; Heißluft 160 °C für 120 min oder 170 °C für 60 min (nicht korrosiv, aber langsam). Die ungesättigte Chemiedampf-Sterilisation korrodiert Kohlenstoffstahl weniger, verlangt aber trockene Instrumente und Lüftung. Glutaraldehyd für 20 Minuten und Abkochen sind keine Sterilisation.
- Überwachung der Sterilisation: Mechanische Indikatoren (Zeit, Temperatur, Druck) prüfen Sie bei jedem Zyklus, einen inneren chemischen Indikator legen Sie in jede Verpackung, einen äußeren zusätzlich, wenn der innere nicht sichtbar ist. Bioindikatoren mindestens wöchentlich und bei jeder Charge mit Implantaten: Geobacillus stearothermophilus für Dampf und Chemiedampf, Bacillus atrophaeus für Heißluft. Bei positivem Sporentest nehmen Sie den Sterilisator außer Betrieb, prüfen die Abläufe und testen erneut; ist auch der Wiederholungstest positiv, rufen Sie alle seit dem letzten negativen Test aufbereiteten Instrumente zurück.
- Aufbereitungskette: Transport im geschlossenen Behälter, Reinigung (Ultraschallbad oder Reinigungs- und Desinfektionsgerät, mit festen Haushaltshandschuhen), Spülen, Trocknen und Sichtprüfung, Verpacken mit Indikator, Sterilisation, Lagerung. Die Sterilität ist ereignisbezogen: Eine Verpackung bleibt steril, bis sie beschädigt, nass oder heruntergefallen ist. Prüfen Sie jede Verpackung vor Gebrauch und kennzeichnen Sie Datum und Sterilisator.
- Wasserführende Systeme der Behandlungseinheit: Wasser für nichtchirurgische Behandlungen soll höchstens 500 KBE/ml heterotrophe Bakterien enthalten (Trinkwasserstandard). Der Biofilm erfordert chemische Behandlung und regelmäßige Kontrolle; Spülen allein genügt nicht. Spülen Sie Hand- und Winkelstücke, Scaler und Multifunktionsspritzen nach jeder Patientin und jedem Patienten 20–30 Sekunden. Bei chirurgischen Eingriffen mit Knochenexposition verwenden Sie sterile Kochsalzlösung oder steriles Wasser über ein steriles System, das die Leitungen der Einheit umgeht.
- Stich- oder Schnittverletzung: Waschen Sie die Wunde mit Wasser und Seife, ohne sie auszudrücken und ohne ätzende Mittel. Melden Sie die Verletzung sofort und lassen Sie die Indexperson mit deren Einwilligung testen. Die HIV-Postexpositionsprophylaxe (US-PHS-Leitlinie 2025) beginnt so früh wie möglich, spätestens nach 72 h, und dauert 28 Tage; bevorzugt werden Bictegravir/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid oder Dolutegravir plus zwei NRTI. Der abschließende HIV-Test erfolgt nach 12 Wochen als Ag/Ak-Test plus NAT. Durchschnittliches Übertragungsrisiko nach perkutaner Exposition: HBV bis etwa 30 %, HCV etwa 0,2 %, HIV etwa 0,23 %.
- Hepatitis B: Drei Impfdosen (0, 1 und 6 Monate), Anti-HBs-Kontrolle 1–2 Monate nach der letzten Dosis; ein Wert ab 10 mIU/ml gilt als lebenslang schützend. Wer nicht anspricht, erhält eine zweite Impfserie. Nach Exposition gegenüber einer HBsAg-positiven Quelle erhalten Personen ohne dokumentierte Immunität HBIG (möglichst innerhalb von 24 h) plus Impfung. Für Hepatitis C gibt es keine Postexpositionsprophylaxe: HCV-RNA nach 3–6 Wochen, Anti-HCV nach 4–6 Monaten; eine festgestellte Infektion wird mit direkt wirkenden antiviralen Mitteln behandelt.
- Abfall und Quecksilber: Spitze und scharfe Gegenstände entsorgen Sie in durchstichsichere Behälter nahe am Ort der Verwendung; Kanülen werden nie zweihändig zurückgesteckt. Extrahierte Zähne mit Amalgam gehören nicht in Abfall, der verbrannt wird, sondern zum Amalgamrecycling. Amalgamabscheider halten Partikel aus dem Abwasser zurück. Verschüttetes Quecksilber nehmen Sie mit einem Quecksilber-Notfallset auf, nie mit Staubsauger oder Besen.
- Arbeitsmedizin: Handschuhbedingte Hautreaktionen sind die irritative Kontaktdermatitis (nicht immunologisch, am häufigsten), die Typ-IV-Allergie gegen Vulkanisationsbeschleuniger (verzögert, vesikulär) und die Typ-I-Latexallergie (IgE-vermittelt, sofort, Anaphylaxie möglich). Zu den ergonomischen Risiken zählt das Karpaltunnelsyndrom (N. medianus). Die Lärmbelastung soll unter 85 dB(A) im 8-Stunden-Mittel bleiben; eine lärmbedingte Schwerhörigkeit zeigt im Audiogramm eine Senke bei 4 kHz. Beim Strahlenschutz gilt ALARA: Abstand mindestens 2 m, Winkel 90–135° zum Zentralstrahl, Rechteckkollimation. Die ADA empfiehlt seit 2024 keine routinemäßige Schilddrüsen- oder Abdomenabschirmung mehr.
- How infections spread in the dental clinic, and standard precautions – Dentistry is a high-contact specialty. The operator works centimetres from the patient’s airway, uses sharp instruments in a field full of saliva and blood, and creates aerosols with rotary and ultrasonic instruments. Infection control is the set of habits that stops micro-organisms moving from patient to staff, from staff to patient, and from one patient to the next through instruments, surfaces or water. Examiners test it because mistakes are common, invisible and preventable.
- Instrument reprocessing: the Spaulding classification and sterilisation methods – Every reusable instrument passes through the same cycle: use, transport, cleaning, inspection, packaging, sterilisation or disinfection, storage and use again. This chapter explains how to decide what level of processing an item needs and how the different sterilisers work. The next chapter explains how you prove that sterilisation worked.
- Proving sterility, protecting packs, and cleaning surfaces – A steriliser can fail without any visible sign. The door seal may leak, the chamber may be overloaded so steam cannot reach the centre of a pack, or the operator may choose the wrong cycle. For this reason sterilisation is monitored in three ways, each answering a different question. Together they make up the monitoring system examiners like to ask about.
- Water, air and waste: dental unit waterlines, aerosols, mercury and clinical waste – Infection control is not only about instruments. The dental unit has its own water system, the treatment creates aerosol, and the practice produces sharps, contaminated waste and mercury. Each of these is a recurring exam theme.
- Sharps injuries and post-exposure management: hepatitis B, hepatitis C and HIV – Despite good practice, percutaneous injuries still happen in dentistry: during local anaesthesia, while clearing trays, with burs, scalers and wires. The commonest situations are recapping needles, disposing of sharps, and cleaning instruments by hand. An exposure is defined as a percutaneous injury (needlestick or cut), or contact of mucous membranes or non-intact skin with blood, tissue or other potentially infectious body fluids. Saliva in dentistry is treated as potentially infectious because it is often mixed with blood.
- Occupational health: gloves and skin, ergonomics, noise and radiation protection – Occupational safety covers the long-term health of the dental team, not only infection. The commonest work-related problems in dentistry are skin reactions to gloves and hand hygiene products, musculoskeletal disorders, noise-related hearing changes and, less often, radiation exposure. Each has a classic presentation that examiners like to describe in a short vignette.
16. Ethik, Recht & Gemeinschaftszahnmedizin · 7 % Anteil in der Prüfung · 6 lessons+
- Die fünf Prinzipien der zahnärztlichen Ethik: Autonomie (Selbstbestimmung und Vertraulichkeit), Nichtschaden (Kenntnisse aktuell halten, eigene Grenzen kennen, überweisen), Fürsorge (das Wohl der Patientin oder des Patienten fördern), Gerechtigkeit (Fairness, keine Diskriminierung, auch nicht bei HIV, Hepatitis B oder C) und Wahrhaftigkeit (keine irreführenden Angaben zu Behandlung, Honorar oder Werbung). Die Prinzipien können miteinander in Konflikt geraten und müssen dann gegeneinander abgewogen werden.
- Eine wirksame Einwilligung setzt Einwilligungsfähigkeit, ausreichende Aufklärung, Verständnis und Freiwilligkeit voraus. Die Aufklärung umfasst Art und Zweck des Eingriffs, Nutzen, wesentliche Risiken (auch seltene, aber schwerwiegende), sinnvolle Alternativen einschließlich Nichtbehandlung sowie Kosten. Eine Unterschrift allein ersetzt keine Aufklärung. Die Einwilligung deckt nur den vereinbarten Eingriff; jede Erweiterung braucht außer im Notfall eine neue Einwilligung. Lehnt eine einwilligungsfähige erwachsene Person die Behandlung ab, dokumentieren Sie die Ablehnung nach erfolgter Aufklärung.
- Bei Erwachsenen wird Einwilligungsfähigkeit vermutet; sie wird für jede Entscheidung gesondert beurteilt. Eine Diagnose wie Demenz hebt sie nicht automatisch auf. Maßgeblich ist, ob die Person die Information verstehen, auf die eigene Situation beziehen, Optionen abwägen und eine Entscheidung mitteilen kann. Angehörige können die Entscheidung einer einwilligungsfähigen erwachsenen Person nicht ersetzen.
- Minderjährige: Die Einwilligung erteilen Eltern oder gesetzliche Vertreter; die Zustimmung des Kindes holen Sie zusätzlich ein. Begleitpersonen wie Fahrer, Lehrkräfte oder Nachbarn können nicht einwilligen. Würde ein Aufschub dem Kind ernsthaft schaden und ist niemand Sorgeberechtigtes erreichbar (zum Beispiel bei einem avulsierten bleibenden Zahn), leisten Sie die notwendige Notfallbehandlung im Interesse des Kindes, versuchen weiter, die Eltern zu erreichen, und dokumentieren alles.
- Die Schweigepflicht umfasst alle Patientendaten, auch die Tatsache eines Besuchs. Eine Weitergabe erfolgt nur mit Einwilligung oder wenn das Gesetz sie verlangt oder erlaubt (gerichtliche Anordnung, Meldepflicht, Kinderschutz), und dann nur im notwendigen Umfang. Sensible Angaben wie der HIV-Status werden nur mit schriftlicher Zustimmung weitergegeben, sofern das Recht nicht eindeutig etwas anderes erlaubt.
- Die Dokumentation muss richtig, zeitnah und lesbar sein. Einen Fehler streichen Sie einfach durch, sodass er lesbar bleibt, und ergänzen die Korrektur mit Datum und Unterschrift; elektronische Systeme protokollieren Änderungen. Einträge dürfen nie gelöscht oder vernichtet werden. Kopien von Unterlagen und Röntgenbildern stellen Sie der Patientin, dem Patienten oder der nachbehandelnden Praxis zur Verfügung, wenn sie für die weitere Behandlung nötig sind, auch bei offener Rechnung. Die Originale verbleiben in der Praxis.
- Fahrlässigkeit setzt alle vier Elemente voraus: Sorgfaltspflicht, Pflichtverletzung, Schaden und einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden. Daneben gelten eigene Berufspflichten: Patientinnen und Patienten nicht während einer laufenden Behandlung im Stich lassen (Ankündigung, Versorgung stabilisieren, Notfallversorgung, Übergabe der Unterlagen), beeinträchtigte Kolleginnen und Kollegen zur Hilfe drängen und melden, keine Provisionen oder Honorarteilung bei Überweisungen, keine ausnutzenden Beziehungen und keine falsche oder irreführende Werbung.
- Hinweise auf Kindesmisshandlung sind Hämatome unterschiedlichen Alters, Verletzungen an geschützten Stellen (Ohren, Wangen, Hals), ein eingerissenes Lippenbändchen beim Kleinkind und Bissspuren mit einem Eckzahnabstand über 3 cm (Hinweis auf einen erwachsenen Verursacher). Passt das Verletzungsmuster nicht zur Schilderung, besteht Verdacht. Dokumentieren Sie objektiv und melden Sie den Verdacht nach den örtlichen Vorschriften an die zuständige Stelle; ein begründeter Verdacht genügt, ein Beweis ist nicht erforderlich.
- Indizes: Im DMFT (Klein, Palmer und Knutson 1938) zählt jeder Zahn nur einmal; ein gefüllter Zahn mit Karies gilt als D, Versiegelungen zählen nicht. Für den CPITN dient eine Sonde mit 0,5-mm-Kugel und schwarzem Band bei 3,5–5,5 mm: Code 3 entspricht 4–5 mm, Code 4 mindestens 6 mm Taschentiefe. Der OHI-S (Greene und Vermillion) bewertet sechs Flächen (bukkal an 16 und 26, labial an 11 und 31, lingual an 36 und 46) auf einer Skala von 0–6. Im Gingiva-Index nach Löe und Silness bedeutet Grad 2 Blutung auf Sondierung, Grad 3 Spontanblutung oder Ulzeration.
- Epidemiologie: Fall-Kontroll-Studien eignen sich für seltene Erkrankungen und liefern eine Odds Ratio, Kohortenstudien liefern Inzidenz und relatives Risiko, Querschnittsstudien die Prävalenz. Für Therapiefragen stehen systematische Übersichten randomisierter Studien an der Spitze. Sensitivität = RP/(RP+FN), Spezifität = RN/(RN+FP); beide hängen nicht von der Prävalenz ab. Die prädiktiven Werte hängen von der Prävalenz ab: Sinkt sie, sinkt der positive und steigt der negative prädiktive Wert. Die Number needed to treat ist 1 durch die absolute Risikoreduktion, aufgerundet.
- Prävention und Public Health: Nach Leavell und Clark umfasst die Primärprävention Gesundheitsförderung und spezifischen Schutz (Versiegelung, Fluorid), die Sekundärprävention Früherkennung und rasche Behandlung, die Tertiärprävention Begrenzung von Folgeschäden und Rehabilitation. Der WHO-Richtwert für Fluorid im Trinkwasser liegt bei höchstens 1,5 mg/l; der US Public Health Service empfahl 2015 0,7 mg/l für die Fluoridierung. Das WHO-Basispaket der Mundgesundheitsversorgung vereint Akutbehandlung, bezahlbare Fluoridzahnpasta und die atraumatische restaurative Behandlung (ART). Die WHO-Indexaltersgruppen sind 5, 12, 15, 35–44 und 65–74 Jahre; 12 Jahre ist das globale Monitoringalter für Karies.
- Ethical principles and professional conduct – Ethics questions in licensing exams rarely ask for definitions alone. They describe a situation, such as a patient who refuses treatment, a colleague who seems drunk, or an offer of money for referrals, and ask what the right action is. To answer them you need a small set of principles and the ability to apply them calmly. This chapter gives you the principles and the professional rules that grow out of them.
- Consent, capacity, minors and refusal – Consent is the legal and ethical permission for treatment. Without valid consent, even skilful and beneficial treatment can be assault (battery) in law, and treatment with poor information can be negligence. Consent is a process of communication, not a form. The signature only documents that the process happened.
- Confidentiality, records, negligence and safeguarding – This chapter covers the legal side of everyday practice: what you may tell others about a patient, how you keep records, what makes a dentist liable in negligence, how to end a professional relationship correctly, and what to do when you suspect a child is being abused.
- Measuring oral disease: caries, periodontal, hygiene and fluorosis indices – An index is a standardised score that turns a clinical condition into a number, so that groups can be compared over time or between places. A good index is simple, quick, reproducible between examiners (reliable), measures what it claims to (valid), and is acceptable to patients. Indices are the language of oral epidemiology, and examiners test both their rules and their interpretation.
- Epidemiology and biostatistics for dentists – Epidemiology studies how often diseases occur in populations, why, and what can be done about them. Biostatistics provides the tools to measure and test this. You need both to read research critically and to answer a predictable set of exam questions: which study design fits a question, which measure it produces, and how to calculate sensitivity, specificity and the number needed to treat.
- Prevention and public health dentistry: levels of prevention, fluorides and community programmes – Public health dentistry looks after the oral health of whole communities rather than individual patients. Its tools are prevention, health promotion, appropriate technology and fair organisation of services. Gulf health authorities emphasise school programmes, fluoride varnish, fissure sealants and reducing sugar intake, and exam questions often ask you to classify interventions or choose the right community measure.
Offizielle Prüfungsformate
- NHRA-Lizenzprüfung Allgemeinzahnarzt: nicht veröffentlicht Fragen, nicht veröffentlicht Minuten, Bestehensgrenze nicht veröffentlicht
Zahnerhaltung & Kariologie
Lesson 1Caries as a disease: biofilm, critical pH and fluoride
Modern cariology no longer treats caries as a hole that must be drilled. Caries is a dynamic, biofilm-mediated, sugar-driven disease that causes a net loss of mineral from tooth tissue. The hole (the cavity) is only the late sign of a process that has been running for months or years. Understanding the process explains almost every management decision you will meet in the exam: why we seal, why we use fluoride, why we leave soft dentine over the pulp, and why diet frequency matters.
The biofilm (dental plaque) is a structured community of bacteria attached to the tooth surface. When the host eats fermentable carbohydrates, especially sucrose, acidogenic and aciduric bacteria (mutans streptococci, lactobacilli, some non-mutans streptococci and Actinomyces) produce organic acids, mainly lactic acid. The pH of the plaque fluid falls. The ecological plaque hypothesis explains that frequent sugar exposure selects for these acid-tolerant species, so the biofilm becomes more cariogenic over time. Caries is therefore not a classic infection that you can eradicate; it is a shift in the balance of a normal resident flora.
Mineral loss depends on whether the plaque fluid is undersaturated with respect to tooth mineral. The pH at which this happens is called the critical pH. It is not a fixed constant, because it depends on the calcium and phosphate concentration in saliva and plaque, but typical values are well established and examined often.
| Tissue or mineral | Approximate critical pH | Clinical meaning |
|---|---|---|
| Enamel (hydroxyapatite) | about 5.5 | Demineralises when plaque pH drops below this |
| Root dentine and cementum | about 6.2 to 6.7 | Dissolves at much milder acid levels, so root caries progresses faster in dry, exposed roots |
| Fluorapatite-like mineral | about 4.5 | Fluoride-rich surfaces resist acid longer |
The Stephan curve describes what happens after a sugar intake. Plaque pH drops within a few minutes, falls below the critical pH and then slowly recovers over about 30 to 60 minutes as saliva buffers and clears the acid. Every exposure produces one such dip. This is why the frequency of sugar intake matters more than the total amount: sipping a sweet drink all afternoon keeps the plaque below the critical pH for hours, while the same sugar taken with one meal produces one short dip. Saliva is the main natural defence. Its flow, bicarbonate buffer, calcium and phosphate drive remineralisation. Hyposalivation, often caused by drugs with anticholinergic action (tricyclic antidepressants, antimuscarinic bladder drugs, antihistamines), radiotherapy or Sjogren syndrome, sharply raises caries risk, especially on exposed roots.
Demineralisation and remineralisation alternate all day. A lesion forms only when the balance is negative over time. The first clinical sign on a smooth surface is the white-spot lesion. Under polarised light a section of such a lesion shows four zones. From the deepest to the surface they are listed below. The key point is that the surface stays relatively intact while mineral is lost underneath. This subsurface pattern is why an early lesion can be arrested or remineralised without drilling, and why probing with a sharp explorer is discouraged: it can break the intact surface and create a cavity.
| Zone (deep to superficial) | Pore volume | Note |
|---|---|---|
| Translucent zone | about 1% | Advancing front of the lesion |
| Dark zone | about 2 to 4% | Small pores; sign of some remineralisation |
| Body of the lesion | about 5 to 25% | Largest zone, greatest mineral loss |
| Surface zone | low | Relatively intact layer, maintained by remineralisation at the surface |
Root caries deserves special attention because it is common in older adults with gingival recession and dry mouth. The lesions are often soft or leathery, yellow to brown, and close to the cemento-enamel junction. Because root dentine dissolves at a pH as high as about 6.2 to 6.7, fluoride and diet control are the main tools. Hard, shiny, dark lesions are usually arrested; soft, yellow lesions are usually active.
Fluoride is the best-supported preventive agent. Its effect in people with erupted teeth is mainly topical, not systemic. Low but constant fluoride levels in plaque fluid and saliva do three things: they inhibit demineralisation, they enhance remineralisation (the new mineral incorporates fluoride and is more acid-resistant), and at higher concentrations they inhibit bacterial enzymes such as enolase. Incorporation of fluoride into developing enamel before eruption plays only a small role. This is why regular use of fluoride toothpaste is more important than fluoride tablets.
| Agent | Fluoride concentration | Typical use |
|---|---|---|
| Over-the-counter toothpaste | 1000 to 1500 ppm F | Twice daily for everyone; a smear for under 3s, pea size for 3 to 6 years |
| Prescription toothpaste, 1.1% NaF | 5000 ppm F | High-risk adults, root caries, hyposalivation |
| Daily mouthrinse 0.05% NaF | about 226 ppm F | Home adjunct |
| Weekly rinse 0.2% NaF | about 900 ppm F | Supervised programmes |
| 1.23% APF gel | 12,300 ppm F | Professional tray application |
| 5% NaF varnish | 22,600 ppm F | Professional, every 3 to 6 months in risk groups |
| 38% silver diamine fluoride (SDF) | about 44,800 ppm F | Arrest of cavitated lesions |
To convert a sodium fluoride percentage into fluoride content, remember that fluoride makes up about 45% of the mass of NaF. So 1 mg of NaF contains about 0.45 mg F, and a 1% NaF solution (10 mg NaF per mL) contains about 4.5 mg F per mL, or 4520 ppm. Acute toxicity is judged against the probably toxic dose (PTD) of 5 mg F per kg body weight. Above this, hospital treatment is needed. A dose of about 15 mg F per kg can be fatal in a small child. Below the PTD, oral calcium (milk) to bind fluoride and observation are usually enough.
Sources: Fejerskov O, Nyvad B, Kidd E. Dental Caries: The Disease and its Clinical Management, 3rd ed. Wiley-Blackwell 2015 · American Academy of Pediatric Dentistry. Fluoride therapy (best practices, revised 2023). Reference Manual of Pediatric Dentistry · Marsh PD. Microbial ecology of dental plaque and its significance in health and disease. Adv Dent Res 1994;8:263-271
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