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Medizinstudium in Deutschland 2026: Zulassung, Quoten, Ablauf

Medizinstudium in Deutschland: Bewerbung über hochschulstart, Quoten 30/10/60, Vorabquoten, Tests wie TMS und HAM-Nat, Ablauf mit M1, M2, PJ und M3.

Von MediFlow Editorial TeamZuletzt geprüft: Veröffentlicht: 7 Min. LesezeitOffizielle Website: hochschulstart.de

Medizin gehört zu den begehrtesten Studiengängen in Deutschland. Der Weg zum Studienplatz läuft bundesweit über ein zentrales Verfahren, und auch Aufbau und Prüfungen des Studiums sind bundesweit einheitlich geregelt.

Bewerbung über hochschulstart

Studienplätze im ersten Fachsemester Humanmedizin werden im Zentralen Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung vergeben. Bewerbung und Ranglisten laufen über das Portal hochschulstart.de. Grundlage ist der Staatsvertrag über die Hochschulzulassung, dessen Entwurf die Kultusministerkonferenz nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Dezember 2017 verabschiedet hat.

Bewerbungsfristen

SemesterGruppeFrist
WintersemesterAltabiturienten (HZB vor dem 16.1. des Jahres)31. Mai
Wintersemesteralle anderen15. Juli
Sommersemesteralle15. Januar

Die Fristen sind Ausschlussfristen. Nicht jede Universität bietet einen Studienstart im Sommersemester an – Hamburg etwa nur im Wintersemester. Prüfen Sie jedes Jahr die aktuellen Termine auf hochschulstart.de.

Die Quoten

Vorabquoten

Bevor die Hauptquoten greifen, wird an jedem Standort ein Teil der Plätze für besondere Gruppen reserviert. Am Beispiel der Universität Hamburg:

VorabquoteAnteil
ausländische Staatsangehörige (nicht Deutschen gleichgestellt)5 %
Zweitstudium3 %
Härtefälle2 %
Sanitätsoffiziersdienst der Bundeswehr (Medizin)2,2 %

Hinzu kommen je nach Land weitere Vorabquoten, etwa für beruflich Qualifizierte oder Landarztquoten. Diese regeln die Länder eigenständig, die Werte unterscheiden sich je Land.

Hauptquoten

Von den verbleibenden Plätzen werden vergeben:

QuoteAnteilKriterium
Abiturbestenquote30 %Abiturnote, über Landesquoten zu einer Bundesliste zusammengeführt
Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)10 %ohne Abiturnote: Tests, Ausbildung, praktische Tätigkeit, Auswahlgespräche
Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)60 %von jeder Hochschule festgelegte Kriterien, neben der Abiturnote mindestens zwei schulnotenunabhängige Kriterien (Medizin)

Mit dem Staatsvertrag wurde die Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht und die frühere Wartezeitquote abgeschafft; an ihre Stelle trat die ZEQ.

Was das praktisch bedeutet

  • Sehr gute Abiturnote: Chancen in der Abiturbestenquote und im AdH.
  • Mittelmäßige Note, starker Test: Chancen in AdH und ZEQ, abhängig von der Gewichtung der Hochschule.
  • Abgeschlossene medizinnahe Ausbildung: Wird in vielen AdH- und ZEQ-Verfahren mit Punkten berücksichtigt.

Die Gewichtung unterscheidet sich stark zwischen Universitäten. Lesen Sie die Auswahlsatzung jeder Wunschuniversität.

Was Universitäten im AdH typischerweise werten

Jede Hochschule legt ihre Kriterien in einer Auswahlsatzung fest. Neben der Abiturnote müssen in Medizin mindestens zwei schulnotenunabhängige Kriterien berücksichtigt werden. Häufig sind:

  • Studieneignungstests wie TMS bzw. TMSnat oder HAM-Nat
  • abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinnahen Beruf
  • praktische Tätigkeiten, etwa ein Freiwilligendienst
  • Auswahlgespräche oder Multiple Mini Interviews
  • Situational Judgement Tests, in Hamburg etwa ergänzend zum HAM-Nat
  • besondere Leistungen, zum Beispiel Preise in naturwissenschaftlichen Wettbewerben

Wie stark jedes Kriterium zählt, unterscheidet sich erheblich. Ein starkes Testergebnis kann an einer Hochschule viel bewirken und an einer anderen kaum. Prüfen Sie deshalb für jeden Ortswunsch die Satzung und entscheiden Sie dann über die Reihenfolge.

Kosten des Studiums

An staatlichen Universitäten fallen für das Medizinstudium in der Regel keine Studiengebühren an, wohl aber Semesterbeiträge, deren Höhe die Hochschule festlegt. Einige Länder erheben Gebühren für Zweitstudium oder für Studierende aus Nicht-EU-Staaten. Private Hochschulen verlangen teils hohe Gebühren; die Beträge stehen auf deren Websites. Für die Studienfinanzierung kommen BAföG, Stipendien und Nebenjobs infrage – Letztere sind im Medizinstudium wegen des hohen Pensums allerdings nur begrenzt realistisch.

Studieneignungstests: TMS, HAM-Nat und TMSnat

Tests spielen in ZEQ und AdH eine große Rolle:

  • TMS (Test für Medizinische Studiengänge): Wurde lange von vielen Hochschulen gewertet. Mehrere Hochschulen stellen auf den Nachfolgetest TMSnat um, der naturwissenschaftliche Aufgaben enthält; die Universität Heidelberg hat dazu 2026 eine eigene Durchführungssatzung erlassen.
  • HAM-Nat: Naturwissenschaftstest (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie auf Oberstufenniveau), unter anderem in Hamburg. Dort zählt er im AdH bis zu 40 Punkte, in der ZEQ 80 Punkte; ergänzt durch einen Situational Judgement Test.

Da sich die Testlandschaft gerade verändert, gilt: Maßgeblich ist immer die aktuelle Auswahlsatzung der Hochschule, nicht ein Ratgeber aus dem Vorjahr.

Studienplätze

Bundesweite Zahlen zu Studienplätzen und Bewerbern veröffentlicht hochschulstart.de jeweils zum Vergabeverfahren in seinen Statistiken. Die Platzzahlen je Standort finden Sie in den Auswahlgrenzen und Statistiken auf hochschulstart.de.

Ablauf des Studiums

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate, einschließlich der Prüfungszeit für den Dritten Abschnitt; das Studium umfasst 5.500 Stunden.

AbschnittZeitpunktInhalte
VorklinikJahre 1–2Anatomie, Physiologie, Biochemie, Physik, Chemie, Biologie, Psychologie/Soziologie
Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1)nach zwei Studienjahrenschriftlich und mündlich-praktisch
KlinikJahre 3–5klinische Fächer und Querschnittsbereiche, von der Universität geprüft
Zweiter Abschnitt (M2)nach drei weiteren Jahrenschriftliche Prüfung
Praktisches Jahr (PJ)letztes Studienjahr48 Wochen klinische Ausbildung
Dritter Abschnitt (M3)nach dem PJmündlich-praktische Prüfung

Praktische Anteile

Neben den Lehrveranstaltungen sind vorgeschrieben:

  • Krankenpflegedienst: drei Monate
  • Famulatur: vier Monate
  • Ausbildung in Erster Hilfe
  • Praktisches Jahr: 48 Wochen

Modellstudiengänge

Einige Universitäten bieten Modellstudiengänge an, in denen Vorklinik und Klinik stärker verzahnt sind. Dort entfällt oft das M1 in klassischer Form. Ob ein Standort Regel- oder Modellstudiengang anbietet, steht auf der Seite der Fakultät.

Fächer der Vorklinik und Klinik

Vorklinik

In den ersten beiden Jahren stehen die naturwissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen im Mittelpunkt: Physik, Chemie und Biologie für Mediziner, Anatomie mit Präparierkurs, Histologie, Physiologie, Biochemie und Molekularbiologie sowie Medizinische Psychologie und Soziologie. Dazu kommen die Praktika und Seminare, deren Teilnahme Voraussetzung für die Zulassung zum M1 ist.

Klinik

Im klinischen Studienabschnitt folgen die großen Fächer wie Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie sowie zahlreiche kleinere Fächer und Querschnittsbereiche, etwa Notfallmedizin, Infektiologie, Klinische Pharmakologie oder Palliativmedizin. Diese Leistungsnachweise prüft die Universität zwischen M1 und M2.

Praktisches Jahr

Das PJ dauert 48 Wochen und ist in Ausbildungsabschnitte gegliedert: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach bzw. Allgemeinmedizin. Details zu Lehrkrankenhäusern und Wahlfächern veröffentlicht die jeweilige Fakultät.

Zeitplan für die Bewerbung zum Wintersemester

ZeitpunktAufgabe
Herbst des VorjahresAuswahlsatzungen der Wunschuniversitäten lesen, Testtermine recherchieren
WinterTestanmeldung (z. B. HAM-Nat in Hamburg bis 15. Januar)
FrühjahrTest ablegen, Nachweise über Ausbildung, Dienste und Auszeichnungen sammeln
bis 31. MaiBewerbungsschluss für Altabiturienten
bis 15. JuliBewerbungsschluss für alle anderen
SpätsommerKoordinierungsphase und Zulassungsangebote über hochschulstart.de

Die Testtermine und -namen ändern sich gerade – maßgeblich sind die Seiten der Hochschulen und von hochschulstart.de.

Wenn es im ersten Anlauf nicht klappt

  • Erneut bewerben: Jedes Verfahren ist neu; Testergebnisse können je nach Test im Folgejahr erneut genutzt werden, in Hamburg etwa der HAM-Nat.
  • Medizinnahe Ausbildung: Eine abgeschlossene Ausbildung, etwa in der Pflege oder im Rettungsdienst, wird in vielen AdH- und ZEQ-Verfahren gewertet.
  • Landarztquote und weitere Vorabquoten: Mehrere Länder vergeben Plätze gegen die Verpflichtung, später in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Bedingungen und Anteile regeln die Länder.
  • Bundeswehr: Über die Vorabquote für den Sanitätsoffiziersdienst (Medizin 2,2 %), verbunden mit einer langen Verpflichtungszeit.
  • Studium im Ausland: Möglich, aber bei einem Abschluss außerhalb der EU führt der Weg zurück später über die Anerkennung und gegebenenfalls die Kenntnisprüfung.

Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin

Auch Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin werden über das Zentrale Vergabeverfahren vergeben, mit denselben Hauptquoten. Die Vorabquote für die Bundeswehr ist dort kleiner (Zahnmedizin 1,4 %, Pharmazie 0,5 %, Tiermedizin 0,1 %). Ein Wechsel aus einem dieser Fächer in die Humanmedizin ist nicht automatisch möglich, sondern erfordert eine neue Bewerbung oder eine Bewerbung für ein höheres Fachsemester bei der Hochschule.

Bewerbung für ein höheres Fachsemester

Wer bereits Studienleistungen in Medizin erbracht hat – etwa im Ausland oder an einer anderen deutschen Universität –, kann sich für ein höheres Fachsemester bewerben. Diese Plätze vergeben die Hochschulen selbst, nicht hochschulstart. Voraussetzung ist in der Regel eine Anrechnung der bisherigen Leistungen durch das Landesprüfungsamt. Die Zahl freier Plätze ist meist sehr klein und schwankt von Semester zu Semester.

Nach dem Studium

Mit bestandenem M3 beantragen Sie die Approbation bei der Landesbehörde. Danach beginnt meist die Facharztweiterbildung, an kommunalen Kliniken vergütet nach dem TV-Ärzte/VKA – Details im Beitrag Ärztegehalt in Deutschland. Laut Bundesärztekammer arbeiteten Ende 2025 rund 446.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

Studium mit ausländischem Abitur

Bewerber mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung, die Deutschen nicht gleichgestellt sind, bewerben sich in der Vorabquote für ausländische Staatsangehörige (5 %) – das Verfahren unterscheidet sich je Hochschule, Details stehen auf deren Bewerbungsseiten. Wer bereits ein Medizinstudium im Ausland abgeschlossen hat, studiert nicht neu, sondern beantragt die Anerkennung: siehe Approbation in Deutschland für ausländische Ärzte.

Lernstrategien für M1 und M2

  • Früh mit Altfragen arbeiten: Die schriftlichen Prüfungen bestehen aus Multiple-Choice-Fragen. Regelmäßige Fragenblöcke helfen, Muster zu erkennen.
  • Spaced Repetition: Kurze tägliche Wiederholungen schlagen Marathon-Sitzungen vor der Prüfung.
  • Klinischen Bezug herstellen: Wer Physiologie mit Krankheitsbildern verknüpft, behält mehr.
  • Mündliche Prüfungen üben: M1 und M3 haben mündlich-praktische Teile – laut erklären üben.

Die MediFlow-App bietet Übungsfragen mit Erklärungen für unterwegs – sinnvoll als Ergänzung zu Lehrbüchern und Vorlesungen.

Typische Fehler bei der Bewerbung

  • Frist verpasst: Die Fristen sind Ausschlussfristen.
  • Ortspräferenzen falsch gesetzt: Die Reihenfolge der Ortswünsche beeinflusst die Chancen erheblich.
  • Auswahlsatzungen nicht gelesen: Jede Hochschule gewichtet anders.
  • Test zu spät angemeldet: Testanmeldungen enden oft Monate vor der Bewerbungsfrist, beim HAM-Nat in Hamburg etwa im Januar.
  • Nur auf die Abiturbestenquote gesetzt: 60 % der Plätze vergibt das AdH.

Checkliste

  • Registrierung auf hochschulstart.de
  • Auswahlsatzungen der Wunschuniversitäten gelesen
  • Test (TMS/TMSnat, HAM-Nat) angemeldet und vorbereitet
  • Nachweise über Ausbildung, Dienste, Preise gesammelt
  • Ortspräferenzen strategisch festgelegt
  • Bewerbung fristgerecht abgeschlossen und Unterlagen hochgeladen

Wo Sie verlässliche Informationen finden

  • hochschulstart.de: Fristen, Verfahrensablauf, Auswahlgrenzen und Statistiken
  • Auswahlsatzungen der Hochschulen: Gewichtung von Abiturnote, Tests und weiteren Kriterien
  • Landesprüfungsämter: Anmeldung zu M1, M2 und M3 sowie Anrechnung von Studienleistungen

Die Regeln ändern sich, wie das Beispiel der Studieneignungstests zeigt – prüfen Sie Fristen und Kriterien jedes Jahr neu.

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Häufige Fragen

Wie bewerbe ich mich für Medizin?

Für das erste Fachsemester Humanmedizin über das Zentrale Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung auf hochschulstart.de.

Welche Quoten gibt es?

Nach Abzug der Vorabquoten werden 30 % über die Abiturbestenquote, 10 % über die Zusätzliche Eignungsquote (ohne Abiturnote) und 60 % über das Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben.

Wann ist Bewerbungsschluss?

Für das Wintersemester 31. Mai (Altabiturienten) bzw. 15. Juli (alle anderen), für das Sommersemester einheitlich 15. Januar. Prüfen Sie die Fristen jedes Jahr auf hochschulstart.de.

Wie lange dauert das Medizinstudium?

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate, einschließlich Praktischem Jahr (48 Wochen).

Was sind M1, M2 und M3?

Die drei Abschnitte der Ärztlichen Prüfung: M1 nach zwei Studienjahren, M2 nach drei weiteren Jahren, M3 nach dem Praktischen Jahr.

Brauche ich den TMS?

Er ist nicht bundesweit Pflicht, wird aber von vielen Hochschulen in ZEQ und AdH gewertet. Mehrere Hochschulen stellen auf den Nachfolgetest TMSnat um; maßgeblich ist die Auswahlsatzung der jeweiligen Universität.

Nur zur Information, keine individuelle medizinische, rechtliche oder aufenthaltsrechtliche Beratung. Gebühren, Formate und Regeln ändern sich: Bitte vor dem Antrag immer bei der zuständigen Stelle bestätigen.

MediFlow Editorial Team

Redaktion Medizinische Ausbildung

Die MediFlow-Redaktion recherchiert Zulassungsprüfungen, medizinische Ausbildung und Gesundheitskarrieren weltweit. Jede Zahl wird an der offiziellen Prüfungsstelle, Behörde oder Statistik geprüft und datiert; Beiträge werden bei Regeländerungen neu geprüft. MediFlow wird von der ICSL FZE, SPC Free Zone, Sharjah, VAE, mit Niederlassung im Exchange Tower, Business Bay, Dubai, betrieben.

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